Digitale Ausstellung: „Meine Begegnung mit der Isolation"

Im aktuellen Anger-Crottendorfer Anzeiger (ACA) berichtete Kerstin Köppen über die Ausstellung „Meine Begegnung mit der Isolation“. Im Rahmen des Ostlichter-Stadtteilkulturfestivals 2020 konnten die Objekte in Texten und Bildern über die Zeit der Quarantäne im Leipziger Osten im blauen Sand | Raum für Gemischtes, Trinitatisstraße 9 angeschaut werden.
Die Pandemie macht es nun möglich, wer die von Bea Nielsen kuratierte und initierte Kunst verpasst hat, kann diese nun noch einmal in einer digitalen Ausstellung bewundern.

Alle Texte und bildnerische Arbeiten werden exklusiv auf der Homepage von Bea Nielsen präsentiert. Unter https://beanielsen.com/das-konzept/ kann dort außerdem gesprochene lyrische Texte angehört werden. Darüber hinaus gibt es Bewegendes über die Isolationszeit der verschiedenen Ausstellenden aus unterschiedlichen Hintergründen und Lebensaltern im ersten Lockdown. Vor allem sei hier auf die Gespräche mit Seniorinnen und einem Mitarbeiter des Seniorenbüros „Inge&Walter“ hingewiesen!

Der Text zur Finissage der Ausstellung im Oktober aus dem ACA stellen wir hier noch einmal ein. Der aktuelle Anger-Crottendorfer Anzeiger kann unter diesem Link als pdf runtergeladen werden.

Ausstellung: „Meine Begegnung mit der Isolation"

Die Ausstellung "Meine Begegnung mit der Isolation" im blauen Sand | Raum für Gemischtes ist mit einer gelungenen Finissage zu Ende gegangen. Die Ausstellung, kuratiert und initiiert von Bea Nielson lief im Rahmen des Ostlichter Festivals vom 17.09. - 08.10. 2020 in Anger-Crottendorf.

Die Lesung startete leicht verzögert, nachdem die Reihen sich etwas verspätet dann doch coronalike gut gefüllt hatten. Dort sorgte der begabte Zeilenschreiber Felix E. Farwick für ein besonders vergnügliches und inspirierendes Hörerlebnis. Das Warten hatte sich absolut gelohnt. Merci dafür, Felix! Schön war es auch, dass einige, die sich bis dato die Ausstellung noch nicht ansehen konnten, die Einladung zum letztmaligen Rundgang gerne annahmen.

Zum Hergang: Zunächst wurde ein Open Call (Auschreibung) zur Ausstellung mit folgendem Text von Bea Nielsen ins Leben gerufen: "Das Leben im Osten von Leipzig ist inter- und subkulturell, liebenswert chaotisch und nachbarschaftlich – mit einem Wort: bunt. Es ist aber auch arm, beengt und einsam. Leben hier ist genauso Hundekacke, Zerfall und Sanierung, echte Solidarität und wird immer teurer.

So unterschiedlich die Lebensentwürfe und -bedingungen der Menschen, so verschieden ihre Wahrnehmung der Isolation in der Zeit der Quarantäne: Während es für die einen Zeit zum Besinnen, Zusammenrücken in der Familie oder WG und den Glauben an die Chance einer besseren Gesellschaft war, bedrängten andere Existenzängste, lebte mancher in tiefer Einsamkeit und auf engsten Raum. Das Wort Struktur erhielt für alle eine nie gekannte Dimension. Auch Solidarität mit den Geflüchteten auf Lesbos und den Benachteiligten im Viertel wurde groß geschrieben.

Wie haben die hier lebenden Menschen die Zeit der sozialen Distanz empfunden? Was für selbstgemachte Bilder oder Videos, welche Art von gesprochenen oder geschriebene Texten sind entstanden? Wie haben die Nachbar*innen einen kreativen, vielleicht auch politischen Umgang mit der für alle irgendwie krassen Situation gefunden?

Im Rahmen des Ostlichter-Stadtteilkulturfestivals 2020 entstand über diesen Zeitraum im Leipziger Osten eine auf Teilhabe setzende Ausstellung von allen für alle, die eben diese Besonderheiten des Stadtteils sichtbar, hörbar und erlebbar machte.
Eingeladen war jede*r unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht, der*die im Leipziger Osten lebt oder hier künstlerisch tätig ist. Gefragt waren Medien aller Art sowie Texte, die in der Zeit entstanden sind oder diese reflektieren."

Die Zeit vergeht wie im Fluge und inzwischen wurde der blaue Sand wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt: Ein Begegnungs- und Workshop-Raum in Anger-Crottendorf. Bea Nielsen und das Team vom blauen Sand schauen mit gutem Gefühl auf das Ausstellungsprojekt zurück, wünschen allen Beteiligten, Interessierten und Gästen viel Inspiration und kreative Schaffenskraft und nicht zuletzt wegen des Themas: Big Gesundheit für jeden.

Als Abrundung im Anschluss der Ausstellung kündigen wir einen kleinen Ausblick diesbezüglich an: Nach dem jetzt offiziellen Ende des Ausstellungsprojektes im Rahmen der Ostlichter wird von Bea Nielsen, der Ausstellungsorganisatorin und Künstlerin, eine digitale Version der Ausstellung angedacht. Was allerdings nur durch Fördermittel umgesetzt werden kann und es ist nicht gesagt, dass diese auch bewilligt werden.

Text und Foto: Kerstin Köppen, blauer Sand