Neuer Wertstoffhof im Leipziger Osten

Am 16. November wurde der neue Wertstoffhof in der Geithainer Straße 13 eröffnet. Damit schloss die Leipziger Stadtreinigung die Lücke, die der im März 2019 geschlossene Hof in der Bernhardstraße riss.

"Ich freue mich sehr, dass die Leipzigerinnen und Leipziger nun eine neue Sammelstelle im Osten der Stadt bekommen, wo sie Sperrmüll, Elektroschrott, Gartenabfälle und andere Wertstoffe abgeben können", erläutert Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal. "Mit diesem modernen Wertstoffhof erfüllen wir auch alle Maßgaben nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und können die verschiedenen Abfallarten direkt vor Ort separieren und umweltfreundlich in den Kreislauf zurückbringen."


T. Kretzschmar, E. Franz, H. Rosenthal (v.l.n.r.) bei der Eröffnung; Foto: Stadt Leipzig

Der neue Wertstoffhof (WSH) ist von der Nutzungsfläche her der Größte in der Stadt. Thomas Kretzschmar, Erster Betriebsleiter des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig (EB SRL): "Die optimierte Verkehrsführung und Containerlogistik sollen die Wartezeiten reduzieren und dadurch eine höhere Leistungsfähigkeit ermöglichen. Im Zuge der Eröffnung haben wir zum Jahresende auch den Vertrag mit einer Fremdfirma zur Betreibung des Wertstoffhofes in der Stöhrerstraße gekündigt. Denn die Kapazitäten des Hofes in der Geithainer Straße 13, der nur wenige Kilometer entfernt ist, reichen auch für die Entsorgung der Abfälle aus Abtnaundorf, Neustadt-Neuschönefeld und Schönefeld. Außerdem bieten wir bürgerfreundlichere Öffnungszeiten auf unserem Hof an."

Von April bis November 2020 waren auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Deutschen Bahn Freiflächen grundhaft ausgebaut, Einfriedungen für Grundstück und Einfahrtstor errichtet sowie eine Mauer als Schallschutz zur anliegenden Kleingartenanlage aufgebaut worden. Um künftig Regenwasser zur Entwässerung der Pflasterflächen abzufangen, wurde zudem eine Versickerungsanlage errichtet. Die Mehrzweckhallen auf dem Gelände dienen als Lagerraum. Der Annahmebereich für Elektroschrott wurde zur Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen komplett überdacht und eingehaust.

"Wir haben insgesamt 1,55 Millionen Euro investiert, um den Leipzigerinnen und Leipzigern einen modernen und nutzerfreundlichen Wertstoffhof bieten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen ermöglichen zu können", fasst Elke Franz, Kaufmännische Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig zusammen. Den Beschäftigten steht vor Ort ein Service-Container mit Aufenthaltsbereich und sanitären Anlagen zur Verfügung.


Containerparade; Foto: Stadt Leipzig

Wie weiter Anger-Crottendorf?

Im März 2019 waren viele Anwohnende aber vor allem die Menschen im Kleingartenpark erzürnt, als der alte Wertstoffhof schloss, kurze Wege länger und kein Ersatz in Sicht war. Auch damals schon gab es Gerüchte, die Stadtreinigung Leipzig möchte die Anzahl der Wertstoffhöfe (bisher 16) verkleinern – auch mit Blick auf die Kosten, denn im Durchschnitt fallen pro Wertstoffhof jährliche Kosten in  Höhe von 465.000 Euro an. Leipzigs Partnerstadt Frankfurt am Main betreibt z.B. nur sechs Wertstoffhöfe.

Wie die Strategie des Eigenbetriebes aussieht, erfragte die CDU-Fraktion in der Novembersitzung im Stadtrat (Vorlage – VII-F-01900). Die Antworten fielen sehr umfänglich aus. Die Ansprüche an Qualität und Gesetzmäßigkeiten „werden auch unter Berücksichtigung der Grundstücksverfügbarkeiten und Gebührenbelastungen aus Sicht des EB SRL mit zentralen, gut ausgebauten WSH umzusetzen sein“.

Heißt also, mittelfristig wird es weniger Wertstoffhöfe im Stadtgebiet geben. Die Kündigung „des Vertrages mit einer Fremdfirma zur Betreibung des Wertstoffhofes in der Stöhrerstraße“ zeigt die Strategie hin zu mehr Zentralisierung. Aber „die Bündelung von Finanzen und personellen Ressourcen“ erlaubt „eine wirtschaftliche Betreibung im Sinne aller Gebührenzahler“, es steigt die „Qualität der fachlichen Beratung“, es wird „bürgerfreundlichere Öffnungszeiten“ geben und durch eine „Optimierung der Logistik werden überfüllte Container vermieden“. 

Na das ist doch auch was. Besser wäre es natürlich, die Stadtreinigung würde ihr Angebot zur Vor-Ort-Abholung ausbauen und niedrigschwellig halten und die Bürger*innen würden einfach weniger wegwerfen, dafür Dinge länger nutzen.

Der aktuelle Anger-Crottendorfer Anzeiger kann unter diesem Link als pdf runtergeladen werden.