Die S-Bahn kommt – aber mit Verspätung

  • Veröffentlicht: Freitag, 14. Mai 2021 21:27

Seit zwei Jahren wird an der S-Bahn-Strecke Engelsdorf – Stötteritz gebaut. Und – anders als geplant – wird es doch länger dauern. Voraussichtlich im November 2022 werden die Bauarbeiten an sechs der sieben Brücken abgeschlossen. Die Arbeiten an der Eisenbahnüberführung Zweinaundorfer Straße enden allerdings voraussichtlich erst Ende März 2024.

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iese Brücke ist aufgrund ihres schrägwinkligen Verlaufs eine Sonder-bauform und kann eben nicht durch eine Standardbauweise errichtet werden. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens 2016/17 wurde in Abstimmung mit der Stadt Leipzig eine Vorzugsvariante vorgelegt, die ohne Mittelpfeiler in der Straßenebene auskommt. Eine Genehmigung dieses Brücken-Sonderfalls wurde durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) unter Auflagen erteilt. Die Planung musste entsprechend angepasst werden und führte zu einer neuen Bauabfolge und Bauzeiten.

Die Deutsche Bahn (DB) und der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) haben gemeinsam ein Verkehrskonzept entwickelt, das die Beeinträchtigungen für Fahrgäste gering hält.

Der Schienenverkehr erfolgt bis Mitte 2022 eingleisig. Während einer Sperrung von nur drei Monaten zwischen September und November 2022 werden die neuen, vorgefertigten Brücken für die Eisenbahnüberführungen Cunnersdorfer Straße und Zweenfurther Straße eingeschoben. Ab Ende November können sechs der sieben Brücken bereits, dazu zählen dann auch die Brücken über den Rietzschkebach und über die Oststraße, durch den Eisenbahnverkehr genutzt werden. Die westliche Seite des Haltepunkts Anger-Crottendorf ist dann ebenfalls betriebsbereit. Danach erfolgt bei laufendem, eingleisigem Betrieb der Bau des östlichen Teils der Eisenbahnüberführung Zweinaundorfer Straße und der östlichen Gleisanlagen. Diese Bauphase dauert bis März 2024. Ende März 2024 werden die restlichen Bauwerke und der Haltepunkt Anger-Crottendorf barrierefrei in Betrieb genommen.

Die Verkehrsstation erhält einen neuen 140 Meter langen Mittelbahnsteig, der die beiden Außenbahnsteige ersetzt. Zusätzlich sind ein Aufzug für den barrierefreien Zugang zum Bahnsteig sowie ein taktiles Blindenleitsystem vorgesehen. Darüber hinaus wird ein zweiter Zugang am südlichen Bahnsteigende mit Mitteln des ZVNL und der Stadt Leipzig errichtet, um den Wohngebieten westlich des Haltepunktes und Nutzern der Wegeverbindung des „Parkbogen Ost“ einen erheblichen Fußweg zu ersparen und somit die Attraktivität deutlich zu erhöhen.

Im Bereich der vorhandenen Wohngebiete, wie z.B. der Herrnhuter Straße, wird es zukünftig eine Lärmschutzwand geben. Mit Inbetriebnahme des westlichen Gleises im November 2022 wird auch diese Lärmschutzwand auf 2.300 m fertiggestellt sein. Gemäß dem erstellten Lärmschutzgutachten ist sie in dem Abschnitt 5 m und 5,50 m hoch und wird in der üblichen Art (Alu-Kassetten-Elemente) mit mehreren grünlichen Farbtönen, auch grünes Band genannt, hergestellt.

Die Umleitung für den Fuß- und Radverkehr, welche im Moment nicht die Bahnschneise Richtung Lene-Voigt-Park nutzen, können soll voraussichtlich im November 2022 abgebaut werden.

Wie der Verkehrsknotenpunkt dann weiter an das städtische Verkehrsnetz angeschlossen wird, steht noch in den Sternen. Zwar bieten sich hier viele Umstiegsmöglichkeiten, treffen sich doch S-Bahn, Bus/ Straßenbahn (vielleicht mal wieder), Fuß- und Radverkehr aufeinander sowie unzählige Automobile. Aber mit Blick auf das „Mobilitätskonzept 2030 für Leipzig“, Verkehrswende, Klimanotstand, u.a. bleibt noch viel zu tun.

Die Deutsche Bahn modernisiert im Eisenbahnknoten Leipzig den Strecken-abschnitt Leipzig - Engelsdorf – Leipzig - Stötteritz. Es werden sieben Eisenbahnbrücken erneuert. Jeweils zwei Brücken in der Cunnersdorfer Straße und in der Zweenfurther Straße sowie die Brücken über den Rietzschkebach, die Zweinaundorfer Straße und die Oststraße. Ziel ist die Beschleunigung der Verkehre von bisher 60 km/h auf dann 80 km/h. Das gesamte Bauvorhaben führt in geringem Umfang zu Eingriffen in die Natur. Durch sogenannte Ausgleichs- und Ersatzarbeiten werden beispielsweise neue Lebensräume für Zauneidechsen geschaffen und Ersatzpflanzungen vorgenommen.

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