Leipzig geht voran: Stadt bringt Fußverkehrsstrategie auf den Weg

  • Veröffentlicht: Dienstag, 21. Dezember 2021 17:39

Der Fußverkehr in Leipzig soll systematisch und dauerhaft gefördert werden, um ihn attraktiver und sicherer zu machen. Dies geht aus dem entsprechenden Strategiepapier hervor, das Oberbürgermeister Burkhard Jung auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg auf den Weg gebracht hat. Die Ratsversammlung bestätigte die Fußverkehrsstrategie bereits in der Sitzung am 14. Oktober. Thomas Dienberg, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau, sagt: „Die Stadt Leipzig möchte sich mit dieser strategischen Planung auf den Weg machen, um ihre guten Bedingungen und Qualitäten auszubauen und bis zum Jahr 2030 eine besonders fußgängerfreundliche Stadt mit Vorbildcharakter zu werden.“

Mit dem Entwurf der Fußverkehrsstrategie soll die konzeptionelle Grundlage zur systematischen und dauerhaften Förderung des Fußverkehrs in Leipzig gelegt werden. Die darin aufgezeigten Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche betrachten alle Bereiche kommunaler Selbstverwaltung. Empfehlungen zu Modellprojekten sollen hierbei einen beispielhaften Einstieg in die systematische Fußverkehrsförderung geben. So wird etwa ein Projekt „100 Zebrastreifen für Leipzig“ vorgeschlagen, auch sollen Ampelschaltungen hinsichtlich der Warte- und Querungszeiten besser auf Fußgängerinnen und Fußgänger abgestimmt werden. Ein „Lücken-schlussprogramm“ könnte kleinräumige Problemlagen in den Fokus nehmen, bei denen die fußläufigen Verbindungen komplett fehlen oder zum Beispiel Treppen die Barrierefreiheit einschränken.

Das Strategiepapier schreibt das „Konzept für den Fußverkehr in Leipzig“ aus dem Jahr 1997 fort. Es dient gleichzeitig zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030 für eine nachhaltige Mobilität. In der Fußverkehrsstrategie werden sowohl Leitbilder beschrieben als auch strategische Ziele und Umsetzungsschritte benannt. Friedemann Goerl, Fußverkehrsverantwortlicher der Stadt, fasst das Leitbild der neuen Fußverkehrsstrategie zusammen: „Alle Menschen in Leipzig sollen sich sicher, bequem, ohne Angst und ohne Hindernisse im öffentlichen Raum bewegen können. Gleichzeitig soll das Gehen als grundlegende Form der urbanen Mobilität bei politischen Entscheidungsprozessen die entsprechende Wertschätzung erhalten.“

Das Konzept leitet davon 13 konkrete Ziele für Leipzig ab, etwa dass der hohe Fußverkehrsanteil von zuletzt 27,3 Prozent an allen Leipziger Wegen stabilisiert wird, dass öffentliche Räume – insbesondere Fußwege, Einmündungen, Kreuzungen – barrierefrei nutzbar sind, und dass dieser Raum gerecht aufgeteilt und städtebaulich gut gestaltet wird. Unfallgefahren für Fußgängerinnen und Fußgängern sollen perspektivisch reduziert werden, grundsätzliches Ziel ist es dabei, tödliche Unfälle mit ihnen gänzlich zu vermeiden. Dazu gehört etwa der barrierefreie Übergang vom Straßenraum in Grünflächen und die sichere Ausgestaltung im direkten Schulumfeld. Neben Tempo-30-Zonen müssten hier beispielsweise gegebenenfalls auch Zebrastreifen angeordnet werden.

Darüber hinaus soll der Fußverkehr gleichwertige personelle und finanzielle Ressourcen erhalten wie andere Verkehrsarten im städtischen Haushalt – derzeit rund sechs Millionen Euro jährlich, heißt es in dem Papier.

Leipzig war schon immer eine Fußverkehrsstadt. Breite Boulevards, ein in Europa einzigartiges Passagensystem in der Innenstadt, kurze Schlippen als Abkürzungen, und viele Schmuckplätze und Parks runden das Angebot ab – für die Eiligen genauso wie für die Flanierenden. Friedemann Goerl: „Fußverkehr ist die Grundlage für jegliche Mobilität in unserer Stadt und stellt dabei die natürlichste und grundlegendste Form unserer Fortbewegung dar. Gehen ist Ausdruck von Handlungsfreiheit, Unabhängigkeit und Teilhabe.“ Die Förderung des Fußverkehrs leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung zahlreicher ökologischer, sozialer und ökonomischer Problemlagen, wie Ressourcen- und Flächenverbrauch, des demographischen Wandels oder der Klimakrise.

Die Fußverkehrsstrategie ist als Auftakt zum Fußverkehrsentwicklungsplan zu verstehen, der die konkreten Umsetzungsschritte plan- und evaluierbar festhält. Eine erste Beteiligung zur Fußverkehrsstrategie erfolgte bereits, unter anderem durch den Runden Tisch Fußverkehr und durch eine Onlinebefragung. Bürgerinnen und Bürger können sich zudem künftig in verschiedenen Formaten in den Fußverkehrsentwicklungsplan einbringen.

Weitere Informationen sowie die Fußverkehrsstrategie zum Download gibt es online, unter: www.leipzig.de/fussverkehr

In der letzten Ausgabe des ACAs war der Bürgerverein Anger-Crottendorf mit dem Fußverkehrsverantwortlichen Friedemann Goerl im Stadtteil unterwegs. Der Beitrag "Zu Fuß durch Anger-Crottendorf" ist nachzulesen:
- im Heft 13/ Herbst 2021, download: https://bv-anger-crottendorf.de/joomla/a-c-anzeiger
- online, unter: https://bv-anger-crottendorf.de/joomla/neues/58-zu-fuss-durch-anger-crottendorf



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