Sport frei!

  • Veröffentlicht: Montag, 20. Dezember 2021 05:50

Nicht nur Corona hat ja den Einen oder die Andere einrosten lassen. Damit Geist und Körper wieder in Schwung kommen, kann in Anger-Crottendorf verschiedenen Bewegungsarten nachgegangen werden.

Seit einem Jahr gibt es im Stadtteil einen Ableger der „Sportschule Mustang e.V.“
Christian Bergmann leitet als Gründungsmitglied seit über 20 Jahren den Verein, der als reiner Taekwondo-Verein in Grünau startete. Heute bietet die Sportschule ein reges Angebot von Einzelsportarten an. Der Chef selbst hat über die Zeit viele Trainerausbildungen genossen und ein Sportstudium abgeschlossen.
Der ACA traf Christian Bergmann in der Jöcherstraße.

ACA: Was ist die „Sportschule Mustang e.V.“?

Christian: Die Sportschule Mustang e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der überwiegend mit ehrenamtlichen Mitarbeitern im Sportbereich aktiv ist. Ich selber biete hier im Stützpunkt Zumba-Kids, Zumba-Fitness, Pilates, Reha-Sport und Aroha an. Aroha kommt aus Neuseeland und ist ein ständiger Wechsel zwischen Entspannung und spannungsvollen Elementen, inspiriert vom HAKA (sogenannter  Kriegstanz der Maori), dem Kung Fu und TaiJi. Es ist ein effektiver, unkomplizierter Gesund-heitskurs im 3/4 Takt für Körper und Geist. Unser Team unterrichtet hier am Stützpunkt darüber hinaus noch Taekwondo, Kindersport, Selbstverteidigung und Krav Maga. Krav Maga ist ein israelisches, modernes taktisches Selbstverteidigungssystem.

ACA: Welche Zielgruppen sprecht ihr an?

Christian: Wir richten uns an ein breites Publikum, von klein bis groß, von jung bis alt, kann man eigentlich sagen. Die Jüngsten, die hier trainieren, sind derzeit drei Jahre alt, die Ältesten sind ein bisschen über 80 Jahre.

ACA: Nach dem Start in Grünau, warum habt ihr euch ausgerechnet nach Anger-Crottendorf erweitert?

Christian: Nach Grünau haben wir in Großzschocher einen Stützpunkt eröffnet, weil ein Trainer dort in der Ecke wohnt und als Festangestellter sein Arbeitsplatz nicht so weit weg von seiner Wohnstätte sein sollte. Dann haben wir durch einen Zufall dieses Objekt hier leerstehend entdeckt und uns gesagt: Wir haben noch Kapazität. Wir haben noch Festangestellte, die noch was brauchen – wir machen, was draus.

ACA: Ihr habt den alten Flachbau ausgebaut. Was ist hier entstanden?

Christian: Seit November 2020, als der Lockdown für Sportvereine kam, sind wir hier. Wir haben das Objekt übernommen und den Lockdown eigentlich genutzt, um Renovierungsarbeiten durchzuführen. Ursprünglich war das mal ein Bäcker, eine Drogerie und ein Fleischer. Nun haben wir hier im hinteren Bereich eine Herren- und Damenumkleide mit gesponserten Spiegeln und einen Personalraum. Früher war das ein einfacher Raum mit einem Loch im Boden, wo es noch in den Keller ging. Den vorderen Bereich haben wir durch eine Trennwand in einen 80m² großen Trainingsraum und in einen Empfangsbereich geteilt. Alle Umbauarbeiten wurden vom Vorstand und Trainern selbst absolviert, bis auf Wasser- und Elektroarbeiten.

ACA: Wie wird euer Angebot angenommen? Woran fehlt es?

Christian: Es werden fast alle Trainings angenommen. Der Reha-Sport läuft gerade nicht so gut, weil da wohl coronabedingt die Krankenkassen nicht mehr so viel Geld zur Verfügung stellen. Das ist aber überall gerade so. Da ist noch jede Menge Luft nach oben!
Unsere Trainer sind derzeit ausgelastet. Aber wir suchen wieder ehrenamtliche Trainer speziell für Anger-Crottendorf. Eine Bauchtanztrainerin beispielsweise wird dringend gesucht, wobei es gegebenenfalls auch mit Integration funktionieren könnte. Wir könnten die Schaufenster zu machen und organisieren, dass kein Mann im Objekt ist, um speziell Frauenkurse abzuhalten.
Wir werden in der Nachbarschaft sehr gut aufgenommen! Das Trainingsangebot wird allerdings noch nicht so genutzt, wir haben aber auch noch nicht groß Werbung gemacht. Im Moment haben wir hauptsächlich Laufkundschaft über Facebook und so.

ACA: Werdet ihr Sonderangebote machen?

Christian: Sonderangebote wird es bei uns nie geben. Ein Schnuppertraining ist in allen Bereichen immer machbar. Die Leute können immer zum Probetraining kommen. Im Taekwondo-Bereich können sie dreimal trainieren, in allen anderen Bereichen einmal. Wenn ich freitags hier Training gebe, dann schauen ab und zu Leute durch die Schaufenster und beim nächsten Mal stehen sie selbst hier im Trainingsraum. Das ist halt sehen und gesehen werden.

ACA: Was antwortet ihr Menschen, die sagen, ihr bringt Kindern das Prügeln bei?

Christian: Also das hat mir tatsächlich noch keiner gesagt. (lacht) Als wir umgebaut haben, kamen viele aus der Nachbarschaft, haben sich gefreut und kundig gemacht: „Was macht ihr denn hier? Was wird hier mal draus?“ „Ach, wir dachten,  hier wird 'ne Pizzeria draus oder so was.“ Und da hatten auch manche Bedenken oder Angst und dann: „Oh nee, das ist ja was Tolles, was Schönes.“

ACA: Kooperiert ihr mit Schulen?

Christian: Wir führen seit drei, vier Jahren Ganztagsangebote in der Käthe-Kollwitz-Schule durch. Nun haben wir es so vereinbart, dass die Kinder in den neuen Stützpunkt gebracht werden. Sie machen hier ihr Taekwondo-Training und dann werden sie in den Hort gebracht. Vorher haben wir das in deren Turnhalle gemacht. Seit diesem Jahr nun hier, dann ist alles einfacher. Der Trainer muss keine Materialien hin und her schleppen und hat alles im Blick.

ACA: Trainiert ihr hier auch für Wettkämpfe? Wird es mal einen Schautag geben?

Christian: Ein Wettkampf-Turnier im Taekwondo-Bereich ist für dieses Jahr noch nicht geplant. Das ist für nächstes Jahr angedacht. Wir müssen die Kinder ja erst trainieren, so dass sie auf ein Level kommen. Dann holen wir sie aus verschiedenen Stützpunkten zusammen und machen ein kleines Turnier mit dem Ziel, dass sich die Kinder für Turniere auf Landesebene qualifizieren.
Coronabedingt war alles – auch die Turniere – zurückgefahren. Einer der Kids Trainer im Taekwondo war bei internationalen Meister-schaften dabei, er ist deutscher Vizemeister in Taekwondo und war auch Sportler des Jahres. Wir wollen in Zukunft den nationalen und internationalen Bereich wieder hochfahren. Aber dazu brauchen wir auch wieder ein paar Talente. Daher arbeiten wir in drei Stützpunkten, dass wir ein gutes Team zusammenstellen können. Die Zumba-Kids arbeiten schon fleißig dran, dass die sich im Stadtteil präsentieren können, so auch die Taekwondo-Kinder.
 
ACA: Wo steht die „Sportschule Mustang e.V.“ in zwei und in fünf Jahren?

Christian: Da es uns schon 20 Jahre gibt, weiß ich, was wir als Team schaffen können: Definitiv wird hier in den nächsten zwei bis fünf Jahren eine Taekwondo-Mannschaft aufgestellt. In den Trainingsgruppen werden 20 bis 25 Kinder regelmäßig zwei Mal die Woche trainieren und an Turnieren teilnehmen. Unsere Trainingswoche ist recht voll, aber wir haben noch Luft nach oben. Die Trainer sind im vollen Einsatz und haben genügend zu tun, daher suchen wir für diesen Stützpunkt noch ehrenamtliche Unterstützung. Dies kann auch aus anderen Bereichen sein und wer noch etwas Freizeit neben der Arbeit hat, kann uns gern helfen.

Sportschule Mustang e.V.
Jöcherstraße 1A/B

0177/ 3 26 19 42, info [AT] sportschule-mustang [PUNKT] de

www.sportschule-mustang.de/Anger-Crottendorf
www.facebook.com/Sportschule.Mustang




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