Märchenhaft einkaufen - bald auch in Anger-Crottendorf?

  • Veröffentlicht: Donnerstag, 27. Oktober 2022 00:15

Am 31. März wurde die Konsum-Filiale an der Märchenwiese in Lößnig neu eröffnet. Für die Genossenschaft ist dieser Neubau im Süden Leipzigs das erste Immobilienprojekt in Eigenregie, welches das nachhaltige Bauen in Form der Mischnutzung in den Fokus rückt. Neben dem Hauptgeschäft im Lebensmitteleinzelhandel erschließt sich die Konsum Leipzig eG damit ein zweites wirtschaftliches Standbein.

Von der Schließung der alten DDR-Kaufhalle bis zum Tag der Neueröffnung dauerte es 648 Tage. Nun ist der Markt wieder da – größer, moderner und vielfältiger als zuvor.

„Wir freuen uns sehr, dass wir nun wieder für unsere Kunden da sein können“, betont Konsum-Vorstand Michael Faupel. „Mit der alten Filiale waren wir über 50 Jahre an diesem Ort, wir gehören in diesen Kiez. Von vielen Nachbarn und Anwohnern haben wir oft gehört, dass sie uns vermissen.“ Der Markt an der Märchenwiese bietet den Kunden auf rund 890 Quadratmetern Verkaufsfläche ein umfangreiches Sortiment mit über 13.000 lokalen, regionalen und internationalen Artikeln. „Hierbei setzen wir auf die bewährte Kombination aus Markenprodukten, regionalen Alternativen und Artikeln im Preiseinstiegssegment“, so Faupel. Auf circa 35 Metern Kühlstrecke erwartet die Kunden eine riesige Auswahl an Molkereiprodukten, Fleisch und Wurstaufschnitt sowie veganen und vegetarischen Artikeln. Der „Paradiesgarten“ wird die Kunden mit über 200 Obst- und Gemüsesorten begeistern. Ergänzt wird das Angebot im Eingangsbereich durch eine appetitlich gefüllte Frischetheke mit Bistro und Backwaren der Lukas Bäckerei.

Der Mittagstisch an der Frischetheke bietet reichlich Auswahl aus ca. zehn Gerichten zu erschwinglichen Preisen zwischen drei und sechs Euro. Das Essen kann vor Ort verzehrt oder auch in vorhandenen oder mitgebrachten Behältnissen mitgenommen werden. Übrige Speisen gibt es tags darauf abgepackt und preisreduziert in der Filiale zu kaufen. Auf der Speisenkarte fehlten allerdings vegane Gerichte, das gehört inzwischen in die Zeit. Der Küchenchef versicherte dem ACA bei einem Besuch im April, dass es diese zukünftig auch geben wird.

Einkaufen wie im Märchenland

Bei der Gestaltung des neuen Marktes hat sich Konsum Leipzig vom Wohnviertel und den Namen der umliegenden Straßen inspirieren lassen – so ist das Ambiente in der Filiale sehr märchenhaft. Die Rückwand ziert ein 20 Meter breites Graffito des Leipziger Künstlers Peter Freund, der hier Märchenfiguren wie Hänsel und Gretel, Rapunzel, Dornröschen, die Zwerge, Rübezahl und den Froschkönig versammelt hat. Auch die Leuchtschriften über der Kühlstrecke und in der Obst- und Gemüseabteilung haben einen märchenhaften Bezug, hier gibt es die Lebensmittel im „Paradiesgarten“, dem „Eispalast“, im „Schlaraffenland“ oder am „Tischlein deck Dich“.

Neuland an der Märchenwiese

„Die Eröffnung dieser Filiale ist für uns etwas Besonderes“, erklärt Dirk Thärichen. „Denn mit diesem Bauprojekt geht unsere Genossenschaft neben dem Kerngeschäft im Lebensmitteleinzelhandel völlig neue Wege, indem wir Neubauten realisieren, welche verschiedene Nutzungen unter einem Dach bieten.“ In wenigen Monaten werden auch die oberen Etagen des Gebäudes fertiggestellt sein, wo die advita Pflegedienst GmbH auf rund 2.500 Quadratmetern generationengerechte Wohnungen einrichtet und vermietet. Für das nachhaltige Bauprojekt, das Wohnen und Handel vereint, investiert die Konsum Leipzig eG circa 10 Millionen Euro.

Die Filiale in Anger-Crottendorf

Perspektivisch wird die Filiale im Stadtteil den selben Weg gehen, auch wenn die Firmenzentrale bisher nichts dazu sagt. Die alte Kaufhalle mit circa 500 Quadratmetern Verkaufsfläche und auch das Grundstück gehören beides der Konsum Leipzig eG. Diese Kombination gibt es nicht oft und ermöglicht erst solche Bauprojekte wie in Lößnig. Wenn es dann einen Neubau auch in Anger-Crottendorf gibt, wird dieser auch eine Mischnutzung bekommen. Einige im Stadtteil träumen dabei von einer Quartiersgarage. Dies wird aber erst Realität, wenn die Menschen bereit sind, dafür auch die entsprechende Stellplatzmiete zu bezahlen. Solange die Konsum Leipzig eG allerdings mehr Geld verdient durch Tagespflege, Pflege, betreutes Wohnen oder auch durch die Vermietung klassischen Wohnraums, wird es eben ausschließlich dieses geben. Bis dahin bleibt eine Quartiersgarage nur ein Traum im Land der Märchen.

Was ein Stellplatz im Neubau kostet, darüber berichtete der ACA schon 2020. Und diese Kosten für einen Stellplatz liegen weit entfernt davon, was die Anwohner*innen bereit sind zu bezahlen. Was man so hört – vorm Konsum.


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