Verkehrsberuhigung an der 74. Grundschule

  • Veröffentlicht: Freitag, 14. Mai 2021 20:37

Grundschulen sind ein wesentlicher Bestandteil von Wohngebieten, denn Grundschülerinnen und Grundschülern soll es möglich sein, die Schule selbständig zu Fuß zu erreichen.

Der Zugang zur 74. Grundschule in der Stünzer Straße erfolgt durch eine Sackgasse. 2019 eröffnete dort direkt gegenüber die Komplex-Kita Dschungelbande. Besonders in den Hol- und Bringezeiten gibt es hier einen regen Autoverkehr und leider halten sich auch nicht alle Autofahrenden daran langsam und angemessen zu fahren. Zwischendurch laufen dann noch die Grundschüler aufgrund des fehlenden Fußweges über die Straße. Ein Wunder, dass es an dieser Stelle noch nicht zu größeren Unfällen gekommen ist. Leichte Schäden an Autos gab es schon.

Die Hilferufe der Schulleitung an die Stadtverwaltung blieben bisher ungehört. Daher haben der Förderverein der 74. Grundschule Leipzig, die Schulleitung der Grundschule, der Schul- und der Hortelternrat sowie der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. eine Petition an die Stadt Leipzig gestellt mit der Forderung, dass die Stünzer Straße zwischen Friedrich-Dittes- und Borsdorfer Straße, wie auch der Teil der Borsdorfer Straße von der Beuchaer Straße bis zum Eingang zum Ramdohrschen Park zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgewidmet wird.

Stünzer Straße - Einfahrt zur Kita Dschungelbande und 74. Grundschule

Ein verkehrsberuhigter Bereich würde dafür sorgen, dass sich die Autofahrenden nur noch im Schritttempo bewegen dürfen. Der Fußverkehr darf die ganze Breite der Straße nutzen (z.B. zum Spielen) und darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig müssen Autofahrende warten. Vor allem mit der Eröffnung der neuen Kita und der öffentlichen Mitbenutzung des Abenteuerspielplatzes dort würde dies auch eine deutliche Aufwertung dieses Bereiches für Kindergarten- und Schulgruppen sowie für Familien bedeuten, die sich dann wesentlich ungefährdeter zwischen Kita, Schule, Park und neuem Kids-Campus mit dem Abenteuerdorf bewegen könnten.

Bis Anfang März haben bereits 205 Menschen die Petition mitgezeichnet und gern können sich viele weitere Menschen daran beteiligen: https://kurzelinks.de/na1f

Der Petitionsausschuss und der Stadtrat werden bald dazu entscheiden.

Die Initiator*innen der Petition hoffen auf ein positives Signal aus der Stadtverwaltung, und dass die Kinder sicher in die Einrichtungen und wieder nach Hause kommen.


Update:
Die Petition hat am 21. April den Stadtrat passiert. Die Mitglieder votierten einstimmig für das Anliegen der Petenten. Zusammen mit dem Petitionsausschuss konnte der Bürgerverein noch ein weiteres positives Signal setzen. Eine schnelle Lösung soll schon bis zum Beginn des Schuljahres 2021/22 her – auch als Provisorium. Das der genannte Bereich sowieso eines Tages komplett umgebaut und sicher ausgestattet für die kleinen und großen Anlieger gehört, weiß man inzwischen auch im Verkehrs- und Tiefbauamt.


„Alle seh‘n den Garten, aber niemand sieht den Spaten“

  • Veröffentlicht: Montag, 19. April 2021 21:18

„Für viele Konsumenten in der Stadt ist völlig klar, die Landwirtschaft kostet Milliarden, quält Tiere, vergiftet Böden und Grundwasser und ist außerdem klimaschädlich. Für die Bauern auf dem Land ist völlig klar, sie schuften sich den Rücken krumm und sind doch ständig kurz vor der Pleite, weil es den Städtern einerseits an der Supermarktkasse nicht billig genug sein kann und sie andererseits nach immer noch mehr Vorschriften und Kontrollen für die Landwirtschaft schreien. In einem Punkt aber sind sich beide Seiten einig: So weitergehen kann es nicht.“ Mit diesen Worten moderierte kürzlich Max Moor einen Beitrag für das Kulturmagazin Titel Thesen Temperamente im Ersten an.

In dem Beitrag ging es um eine Landwirtschaftskultur, die ihren Namen auch verdient und die im Moment vorherrschende Diskrepanz zwischen Stadt- und Landmenschen. Viele Menschen denken immer öfter darüber nach, was sie essen wollen und auch wo dies herkommt. Regional, saisonal und unter nachhaltigen Gesichtspunkten angebaut wird immer wichtiger. Vorgaben, die die moderne Landwirtschaft zu zerreißen drohen.

Ganz anders läuft es hingegen im Stadtgarten ANNALINDE. Der Anger-Crottendorfer Anzeiger (ACA) war unter bestmöglichen Schutzbestimmungen zu einem Rundgang zu Besuch, bevor das arbeitsreiche Frühjahr alle Gärtnernden voll beschäftigt. Jan Obracaj leitet die Gärtnerei und führte über das Gelände.

Seit vier Jahren gibt es den Ableger der ANNALINDE im Leipziger Osten, Am Güterring 4. Auf dem Gelände der ehemaligen Ausbildungsstätte des Berufsförderungswerks entstand ein kleiner Gärtnereibetrieb für Gemüse, der nun in seine dritte volle Saison geht. Bis zu zehn  Stadtgärtner*innen produzieren da Gemüse, wo es auch konsumiert wird.

Eingekeilt zwischen dem Ostfriedhof und der Lottozentrale erstreckt sich das ca. 0,5 ha große Areal. Jan Obracaj sitzt in der wärmenden Sonne und bespricht mit seinen Kolleg*innen den Tagesablauf, bevor er Zeit für den ACA hat. Noch ist zwar nicht viel zu tun, denn die Beete sind an diesem Tag noch schneebedeckt. Dafür laufen auf ca. 500 m² in den beiden Folienzelten und dem Gewächshaus schon die ersten Arbeiten, kleine Pflänzchen recken sich aus den Töpfen.

„Wir bauen hier 10 verschiedene Sorten Salat an, 15 verschiedene Tomtenpflanzen, Zucchini, Kohlrabi, Möhren, Spinat, Kohl“, sagt Obracaj auf dem Weg durch die Gewächshäuser. Vermarktet werden die Produkte über die Gemüsekisten, die Menschen bestellen und an verschiedenen Orten der Stadt abholen können. „Im Sommer packen wir wöchentlich 100 Gemüsekisten, im Winter dann nur aller zwei Wochen. Für zehn Kisten können wir hier im Leipziger Osten anbauen, der Rest kommt aus dem Westen der Stadt.“ Weitere Abnehmer sind die Leipziger Unverpackt-Läden, die Schwarzwurzel (eine Einkaufsgenossenschaft) oder auch Caterer. Gegärtnert wird nach den Richtlinien des biologischen Landbaus.

„Die ANNALINDE ist ein Krisengewinner“, so Obracaj. „Während der Corona-Krise konnten hier alle weiter arbeiten – mit kleinen Einschränkungen – und die Nachfrage nach regionalen Erzeugnissen ist stark gestiegen. Die Menschen scheinen sich wirklich mehr Gedanken darüber zu machen: Wie will man leben? Wo kriegt man seine Lebensmittel her?“ Die kleinen Einschränkungen betrafen das Hygienekonzept, welches natürlich auch in der Gärtnerei umgesetzt wurde. Das Team ist sehr eng und kollegial und es wurde untereinander ausdiskutiert wie das Konzept umzusetzen ist. Im Arbeitsalltag hat sich also eigentlich im vergangenen Jahr trotz Pandemie nichts gravierendes geändert. „Das war für uns alle eine große Stütze – auf einer psychischen Ebene. Wenn man nicht mehr so viele Leute treffen oder ausgehen konnte. Man hat hier seine Arbeit. Das ist schön.“

Im Januar 2022 wird die Fläche Richtung Süden erweitert. Dann soll es auch Kooperationen mit den Solidarischen Landwirtschaften (SoLaWi) in Taucha geben. „Dann wird es auch hier am Standort eine Abholstation geben und wir können dann Produkte, die wir nicht selbst anbauen von den SoLaWis bekommen und umgedreht.“ Somit wird es dann noch kundenfreundlicher, die Kisten noch umfangreicher.

Angekommen an der Friedhofsmauer stellt sich einem schon die Frage wie das ist, wenn an so einem Ort gegärtnert wird. „Unsere Nachbarn sind sehr friedlich“, sagt Obracaj und lacht. „Wir haben wenig Kontakt mit der Friedhofsverwaltung. Aber wenn wir eine Trauerfeier bemerken, dann  arbeiten wir natürlich leise weiter.“ Laute Gerätschaften kommen bei ANNALINDE sowieso sehr selten zum Einsatz. „Gemüsegärtnern ist halt Handarbeit.“

ANNALINDE startete vor fast zehn Jahren im Westen der Stadt. Damals fanden sich einige Enthusiasten zusammen um multifunktionale urbane Landwirtschaft zu betreiben. Neben dem gärtnern sollte aber auch ein Ort der Begegnung geschaffen werden, wo Menschen sich treffen und austauschen können. Darüber hinaus sollten aber auch grüne Flächen gesichert werden, die eben nicht zugebaut oder zugeparkt werden sollen. Eine Entwicklung die inzwischen auch den Leipziger Osten eingeholt hat, wo jede Baulücke auch bebaut wird.

ANNALINDE ist heute ein anerkannter Ausbildungsbetrieb und eine gemeinnützige GmbH.

Auf dem Rückweg fallen große kreisrunde Gebilde auf, die wie große Komposthaufen mit einem Schornstein aussehen. „Das war ein Kooperationsprojekt mit dem Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig und der Technischen Hochschule Dresden. Die Biomeiler sollten Wärme produzieren, die wir für die Aufenthaltscontainer und Gewächshäuser nutzen konnten.“ In den Komposthaufen sind Wasserschläuche verlegt. Das Wasser erwärmt sich durch den Rotteprozess. Die Forschenden wollten herausfinden, wie diese Haufen beschaffen sein müssen, z.B. belüftet oder nicht, damit man eine maximale Wärmeausbeute bekommt. Die auf zwei Jahre angelegte Projektphase ist inzwischen beendet, die technischen Einrichtungen abgeklemmt. „Den Kompost nutzen wir aber weiter. Der reicht für Jahre. Und vielleicht gibt es auch ein Anschlussprojekt“, so Obracaj.

Dem gelernten Gemüsebauer ist neben seiner Gärtnerarbeit aber auch noch etwas anderes wichtig - ein Grünes Klassenzimmer zu sein. „Ein Mal sollte jedes Leipziger Kind in der ANNALINDE zu Gast gewesen sein.“ Was im Westen gut funktioniert muss sich im Osten noch entwickeln. Daran wird noch gearbeitet und getüftelt. „Die Kinder sollen sauber hier her kommen und dreckig wieder gehen“, sagt Obracaj und strahlt. ANNALINDE möchte sich auch im Quartier weiter einbringen. Kooperationen mit Kindergärten und Schulen sind erwünscht.

Mit Blick auf die wärmere Jahreszeit freut sich Obracaj schon auf Besucher*innen, die einen Spaziergang durch die offene Gärtnerei unternehmen. „Dann heißt es wieder: Alle seh‘n den Garten, aber niemand sieht den Spaten.“

Und weil es noch viel zu tun gibt, bedankt sich der ACA bei Jan Obracaj für seine Zeit und wünscht der ANNALINDE ein ertragreiches Jahr.


Bürgerverein Anger-Crottendorf begrüßt das Handeln des Ordnungsamtes

  • Veröffentlicht: Mittwoch, 14. April 2021 21:14

Der Bürgerverein Anger-Crottendorf begrüßt ausdrücklich, dass das Ordnungsamt nun auch in Anger-Crottendorf beginnt gegen ordnungswidrig parkende Fahrzeuge auf den Gehwegen vorzugehen.

Jahrelang hatte sich der Bürgerverein dafür stark gemacht, dass gerade die Fußwege keine Parkflächen sind. „Die Geh- und Fußwege dienen dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer*innen und sind kein Parkraum. Um gerade Fußgänger*innen, Familien mit Kindern und ältere Menschen zu schützen war es notwendig, dass die Stadt sich auch in Anger-Crottendorf die Einhaltung der StVO kontrolliert. Das jahrelange Nicht-Handeln der Stadt hat den aktuellen Konflikt erst entstehen lassen“, so Ulrike Gebhardt, Vorsitzende des Bürgervereins.

Gleichzeitig mahnt der Bürgerverein an, dass die Stadt verstärkt mit allen Verkehrsteilnehmenden ins Gespräch kommen muss, um Lösungen für die angespannte Parkplatzsituation zu finden. „Es reicht nicht, dass die StVO durchgesetzt wird. Es müssen auch Lösungen unter Einbeziehungen aller Beteiligten gefunden werden. Dazu gehört auch, dass die ÖPNV Anbindung schnellstmöglich verbessert werden muss und mit den Garagenbesitzern über Alternativen und Ersatzstandorte gesprochen werden muss“, so Gebhardt weiter.

Der Bürgerverein ruft alle Bürger*innen auf, sich konstruktiv, jenseits von Schuldzuweisungen, in die Debatte um Lösungsvorschläge einzubringen. Wer jetzt mit den Fingern auf andere zeigt, macht deutlich, dass es nicht um das Wohl des Stadtteils geht sondern allein nur um egoistische Belange.


Stellungnahme Bürgerverein Anger Crottendorf

  • Veröffentlicht: Freitag, 26. März 2021 20:31

Anger- Crottendorf verändert sich und das in einer, im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten, atemberaubenden Geschwindigkeit. Neue Schulen entstehen, Häuser werden instandgesetzt, bewährtes muss weichen. Diese Veränderungen bedeuten für uns alle eine Herausforderung. Eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam für unseren Stadtteil stellen wollen – im Miteinander, im Ringen um die besten Lösungen. Gerade der zunehmende Parkdruck, dass verschwinden von Parkmöglichkeiten ist gerade für diejenigen, die auf ihr Auto angewiesen sind ein Problem.

Als Bürgerverein setzen wir uns für ein Miteinander ein, versuchen einen Ausgleich zu schaffen. Streiten für eine vernünftige ÖPNV Anbindung in allen Teilen von Anger- Crottendorf, dafür das Wohnen auch in Zukunft bezahlbar ist und alle Verkehrsteilnehmer Raum haben.

Die Wahrheit ist, dass unser Stadtteil, wie die meisten anderen Stadtteile auch, nicht ausreichend Parkraum hat. Die Grundstruktur von Anger- Crottendorf ist älter als die umfassende Motorisierung der Bevölkerung. Mehr Einwohner, weniger Platz und der öffentliche Raum ist nicht nur Parkfläche für Autos, sondern auch Weg für Fußgänger, soll Spielfläche für Kinder und Raum für Fahrradfahrer und Treffpunkt für Menschen sein.

Damit entstehen Konflikte. Konflikte löst man nicht durch Eskalation und das Reden übereinander, sondern über das Reden miteinander. Wir leben als Gesellschaft davon, dass sich Menschen engagieren. Es ist schade, wenn das wie aktuell mit Vorwürfen und Unterstellungen passiert.

Als Bürgerverein stehen wir für den offenen und ehrlichen Dialog. Wer zuerst den Angriff wählt und Unwahrheiten verbreitet disqualifiziert sich selbst.

Wenn euch Sachen ärgern und ihr euch stört, dann schreibt uns, bringt euch ein oder noch besser werdet Mitglied. Schimpft nicht, gestaltet mit – für ein lebendiges und liebenswertes Anger Crottendorf für Alle und nicht nur für Wenige.

Euer Bürgerverein


Der neue Anger-Crottendorfer Anzeiger ist da

  • Veröffentlicht: Dienstag, 23. März 2021 13:36

In der letzten Ausgabe des ACAs fragten wir: 2021 - Wie weiter Anger-Crottendorf? Kaum drei Monate später kommen die ersten Antworten.

In diesem Heft haben wir die Informationsveranstaltung "Dialog im Stadtteil - Digital im Stadtteil" zusammengefasst. Die Stadtverwaltung informierte zu den bevorstehenden Entwicklungen bis 2028. In diesem Zusammenhang widmen wir uns auch wieder dem Thema Straßenverkehr im Beitrag Quartiersgarage aber auch über den aktuellen Stand des Ausbaus des S-Bahn-Haltepunkts Anger-Crottendorf berichten wir. Des Weiteren haben wir die Pläne der GRK Wohninvest GmbH zur Sanierung der alten Karl-Krause-Fabrik untersucht. Außerdem waren wir in der Stadtgärtnerei ANNALINDE zu Gast. Zur Geschichte des Stadtteils klären wir über einen Gedenkstein in der Breite Straße auf und erinnern damit an eine historische Persönlichkeit. Darüber hinaus stellen wir Kunst- und Kulturprojekte 2021 vor - es gibt Ankündigungen zum Sommerevent Kultur in der Kultur und den Aktivitäten im blauer Sand.

Der ACA liegt u.a. an folgenden Stellen aus: Bäckerei Brause (Sellerhäuser Straße 1), Bäckerei Hachmeister (Zweinaundorfer Straße 9), Café Anno dazumal (Theodor-Neubauer-Straße 63), Kiezkontor (Zweinaundorfer Straße 1), Kenko Burger (Zweinaundorfer Straße 7), Konsum (Gregor-Fuchs-Straße 31a), Kuchenhimmel und Brotfein (Martinstraße 6), Locker und Lose (Josephinenstraße 12), Sprutzbu.de (Holsteinstraße 15)

Wer sich das Heft digital runterladen möchte, findet es hier.


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