Ein Jahr Quartierbus Linie 71

Manchmal gelingen auch richtig gute Sachen – wie zum Beispiel unsere Buslinie 71.

Zehn Jahre fuhr der ÖPNV um Anger-Crottendorf herum statt mittendurch. Im letzten Jahr hat sich das endlich geändert!

Mit dem Bau des Citytunnels wurde die S-Bahnhaltestelle von der Theodor-Neubauer an die Zweinaundorfer Straße verlegt. Dadurch hatten es sehr viele Anwohnende deutlich weiter zur nächsten Haltestelle. Mit vielen Aktionen – unterstützt von den Menschen aus dem Stadtteil, dem Ostwache Leipzig e.V. und in enger Zusammenarbeit mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) – begann im Februar 2024 ein neues Kapitel für die Menschen im Stadtteil.

Nach einem Jahr schon etabliert: Der Quartierbus Linie 71 in Anger-Crottendorf.
Foto: ACA

Nicht nur die LVB äußern sich sehr positiv über die Bus-Nutzung, die für eine neue Linie von Anfang an sehr gut war. Auch die Menschen, die mit dem Bus mitfahren, finden die Linie prima.

Der ACA wollte es genauer wissen und fragte kürzlich bei den Passagieren nach.

Eine Dame um 65 Jahre erklärte: „Der Bus ist großartig und kam für mich genau im richtigen Moment, als ich Schwierigkeiten mit meinen Beinen bekam. Sonst fahre ich auch gern mit dem Rad. Aber Bus ist eine optimale Alternative, auch wenns regnet.“

Ein Fahrgast mit dem Rollator sagt: „Erst seitdem der Bus fährt, kann ich auch wieder weiter weg und fahre mit meiner Frau bis zum Reudnitz-Center und manchmal sogar bis in die Stadt.“

Die LVB hatten vom Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. viele Vorschläge und Ideen zur Prüfung erhalten und in Übereinstimmung mit den verkehrstechnologischen Anforderungen eine kundenorientierte Linienführung entwickelt, die sowohl an zukünftige als auch gegenwärtige Bedürfnisse angepasst ist: Die Anbindung an die nächstgelegenen Umstiegsmöglichkeiten für den Nah- und Fernverkehr sind bedacht worden, genau so wie die Erschließung des Täubchenwegs. Dies wird vor allem dann wichtig, wenn der Schulkomplex Täubchenweg/ Heinrichstraße/ Baedekerstraße mit Oberschule und Gymnasium in Betrieb geht.

Nicht nur Menschen mit eingeschränkter Mobilität können so ihr Umfeld deutlich erweitern. Die Schüler kicherten: „Naja, der Schulweg ist jetzt kürzer und wir sind schneller in der Schule – der 125. Oberschule im Täubchenweg. Und auch schneller wieder weg.“ Auch kann der berühmte letzte Kilometer nach Hause mit dem Bus bequem bewältigt werden. Trotz mancher Kritik aus der immer gleichen Ecke ist diese Buslinie ein Riesenerfolg und eine Erleichterung für sehr viele Menschen.

Ab 2026 wird sie mit der Linie 89 zusammengelegt. Dann können alle von Anger-Crottendorf über den Innenstadtring bis zum Connewitzer Kreuz durchfahren. Auch der S-Bahnpunkt im Stadtteil wird dann mit angefahren.

Ulrike Gebhardt