Auch in diesem Jahr lädt der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. zum Herbstputz ein.
Von 10-12 Uhr wird am Samstag, 19. September 2026 wieder aufgeräumt. Packt mit an! Anlass ist der World Cleanup Day aber auch die Europäische Mobilitätswoche, in deren Rahmen wir für mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sorgen wollen. Müllsäcke sind ausreichend vorhanden. Müllgreifer, Einweghandschuhe, Müllsäcke stehen ebenso bereit.
Im Anschluss spendiert der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. für alle Fleißigen eine Erfrischung. Treffpunkt: 10 Uhr Treppe zum Parkbogen, Polygraphplatz (vor der alten Feuerwache Ost, Gregor-Fuchs-Straße 45-47).
Am Nachmittag geht es dann gleich weiter beim Herbstfest der Ostwache. Der Bürgerverein ist ebenfalls ab 14 Uhr vor Ort und hat ein Glücksrad dabei, mit dem ihr “Wer kennt sich aus in Anger-Crottendorf” spielen könnt.
Leipzig will den Fußverkehr weiter fördern. Der Fußverkehrsentwicklungsplan (FVEP) ist ein Werkzeug um Problemstellen im Stadtgebiet zu erkennen und zu beheben. In der Analyse stellte sich heraus, dass Anger-Crottendorf die schlechtesten Gewege von allen 63 Stadt- und Orsteilen hat, ein Umstand, über den der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. seit vielen Jahren spricht.
Der ACA fragte bei Friedemann Goerl, Fußverkehrsverantwortlicher der Stadt Leipzig, nach, was mit dem FVEP in Anger-Crottendorf nun besser wird.
Der Leipziger Stadtrat verabschiedete im Juni den Fußverkehrsentwicklungsplan (FVEP), den Sie und ihr Team erarbeitet haben. Wozu brauchte es diesen Fachplan?
Die Stadt Leipzig besitzt ja schon seit fünf Jahren eine ambitionierte Fußverkehrsstrategie. Dort werden viele Leitlinien und Ziele für die Stadt definiert. Nun ist es aber so, dass mit Zielen und Worten alleine noch keine Maßnahmen umgesetzt werden. Hier setzt der FVEP an. Dieser Fachplan liefert zwar keine umfängliche und allumfassende Liste aller Maßnahmen für den Fußverkehr, er bietet aber erstmalig eine methodische und fachliche Grundlage, mit denen eine konkrete Bewertung der umfangreichen und laufend zu ergänzenden Bedarfsmeldungen über einen festgelegten Priorisierungsmechanismus erfolgen muss. Es gibt ja tausende kleine und größere Maßnahmen die wichtig und richtig sind, um den Fußverkehr zu fördern. Nur wo fängt man an und wo hört man auf? Der FVEP gibt erstmal eine strategische Priorisierung vor, die notwendig ist um trotz angespannter Haushaltslage Maßnahmen auf die Straße zu bringen und sich nicht im Wirrwarr der unzähligen Anforderungen und Ansprüche zu verlieren.
Im Jahr 2021 sind Sie auf Einladung des Bürgervereins schon einmal durch ein paar Problemstraßen gelaufen. Seit dem hat der Verein die Menschen für das Thema sensibilisiert und auch für die damalige Bürgerbeteiligung zum FVEP geworben. Warum hat der Fachplan eigentlich so lange auf sich warten lassen und wie bewerten Sie die Beteiligung?
Die Erstellung hat sich u.a. verzögert, da wir den gesamten Plan “in-house” entwickelt haben, da es in dieser Detailtiefe in Deutschland noch keine vergleichbaren Referenzprojekte gibt und somit auch keine externen Büros gebunden werden konnten. Herzstück ist der neue Bedeutungsplan, welcher eine systematische und datenbasierte Grundlage schafft, welche Straßen, Wege und Plätze für den Fußverkehr besonders wichtig sind. Hier sind wir ein Vorreiter unter den deutschen Großstädten, wir können nun über Geoinformationssysteme Maßnahmen priorisieren und Ressourcen gezielter einzusetzen.
Baustelle im Mai. Rund um den Konsum enstanden viele Bordabsenkungen, die das Gehen zu Fuß und das Queren der Straße erleichtern. Foto: ACA
Anger-Crottendorf, im Vergleich mit den 62 anderen Stadt- und Ortsteilen, schnitt besonders schlecht ab. Er belegt den letzten Platz. Was ist besonders negativ an den Gehwegen im Stadtteil aufgefallen?
Tatsächlich ist in Anger-Crottendorf der bauliche Zustand der Gehwege besonders schlecht. Wir haben hier eine Zustandsklasse von durchschnittlich 3,28 (Klasse 1 sehr gut, Klasse 5 sehr schlecht). Es ist auffällig, dass es im Leipziger Osten leider einen Schwerpunkt mit dieser Problemlage gibt, da auch die angrenzenden Ortsteile Sellerhausen-Stünz und Mölkau ähnlich schlechte Werte aufweisen. Im Vergleich sind in Anger-Crottendorf aber zum Glück fast überall Gehwege vorhanden und die Gehwegbreiten sind vergleichsweise gut. In Mölkau sieht es da z.B. viel schlechter aus. In Anger-Crottendorf gibt es zudem im Bestand noch sehr viele Bordsteine die nicht barrierefrei abgesenkt sind.
Ende Mai sind rund um den Konsum und entlang der Mascov- und Krönerstraße Bordsteine überwiegend im Kreuzungsbereich abgesenkt worden. Ist das erst der Anfang für eine bessere Infrastruktur?
Genau solche Maßnahmen wollen wir mit dem FVEP besser in den Blick bekommen. Es gibt in Leipzig tausende Stellen wo die Bordsteine nicht adäquat abgesenkt sind. Wir müssen ehrlicherweise priorisieren und natürlich ist z.B. rund um den Konsum der Bedarf besonders hoch, insbesondere um die Teilhabe von älteren Generationen im Alltag zu gewährleisten. Wir haben mittlerweile ein Sachgebiet aufbauen können, was direkt solche kleinen Projektrealisierungen auf die Straße bringen kann.
Gehweg an der Ecke Kröner-/ Segerstraße vor (li.) und nach den Bauarbeiten. Jetzt muss nur noch klar sein, dass man abgesenkte Borde nicht zuparkt oder Mülltonnen davor stellt. Foto: ACA
Was kostet eigentlich eine Bordabsenkung?
Das ist natürlich stark abhängig davon, was vor Ort noch zu erledigen ist z.B. notwendige Höhenanpassung im weiteren Gehwegbereich oder die Entwässerung. Aber man kann mit ca. 1.000 bis 5.000 Euro pro Bordsteinabsenkung rechnen. Wenn man bedenkt, dass wir zehntausende Stellen stadtweit absenken müssen, bleibt auch dies eine Herkulesaufgabe.
In der Gregor-Fuchs-Straße gibt es noch Nachholbedarf hinsichtlich einer guten Infrastruktur für den Fußverkehr. Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. und das Mobilitäts- und Tiefbauamt arbeiten daran. Foto: ACA
Was erwartet die Menschen im Stadtteil als nächstes?
Die größten Veränderungen für den Fußverkehr werden sich wohl in Zukunft durch den Parkbogen Ost ergeben. Auch der neue Polygraphplatz wird stark in das Quartier ausstrahlen. Ansonsten werden wir das Thema sichere Schulwege noch mal stärker in den Fokus nehmen. Gerade an der Gregor-Fuchs-Straße gibt es noch Handlungsbedarf, da u.a. parkende Autos die Sichtbeziehungen an Querungsstellen verstellen.
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Das Interview „Tatsächlich ist in Anger-Crottendorf der bauliche Zustand der Gehwege besonders schlecht“ von Marcel Pruß erschien erstmals am 01.09.2026 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 26/ 2026.
Seit dem 1. September 2026 liegt die neueste Ausgabe des Stadtteilheftes Anger-Crottendorfer Anzeiger in Läden und Geschäften im Stadtteil aus und kann kostenfrei mitgenommen werden. Es gibt darin wieder viele Informationen rund um den Stadtteil von Akteuren, Stadtverwaltung und Initiativen. Insbesondere richtet die Redaktion den Blick auf die kommende Wahl zur neuen Oberbürgermeisterin oder neuen Oberbürgermeister im Frühjahr.
Darüber hinaus kann das Heft auch auf der Hompage des Bürgervereins Anger-Crottendorf e.V. heruntergeladen werden.
Zusammenkommen, mit Anderen interagieren und kooperieren, in einen Dialog treten, sich selbst ausprobieren, Spaß haben. All dies macht ein Spiel möglich. Und wenn es dann gleich richtig viele sind, umso besser.
Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. und Holz und Spiele laden im Juni zum großen Spielefest “Mitmach-Spiel-Raum” in die Wagenhalle der Ostwache. Vom 23. bis 27. Juni stehen über 30 großformatige Geschicklichkeits- und Strategiespiele bereit.
Alle Spiele sind aus Holz gebaut, vielfach aus recycelten Materialien. Alle Spiele basieren auf dem Zufallsprinzip und gerade dieser Faktor fördert Kommunikation und Interaktion. Nicht nur zwischen den Spielenden, sondern auch mit den Zuschauenden. Dabei richten sich die Spiele keineswegs nur an Kinder, auch Erwachsene bis ins hohe Alter können und sollen die Spiele nutzen.
Durch einfache Regeln sind alle Spiele leicht zugänglich und verständlich. Damit haben die Spiele das Potential Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft zusammenzubringen. Weil die Besucherinnen und Besucher aktiv teilnehmen und interagieren müssen, entsteht so auf denkbar einfachste Weise gesellschaftliche, inklusive und interkulturelle Teilhabe.
Die Vormittage von Dienstag bis Freitag sind für Schulklassen vorgesehen. Die Nachmittag ab 13 Uhr stehen allen Spielfreundinnen und Spielfreunden offen.
Am Freitag- und Samstagnachmittag gibt es zusätzlich noch Musik, Getränke und Snacks und es darf bis 22 Uhr gespielt werden.
Das Spielefest entsteht in Kooperation mit Holz und Spiele, Ostwache Leipzig e.V. und Sphere Radio e.V.
Am 24. Februar haben sich Anger-Crottendorfer Initiativen zum ersten Stammtisch getroffen. Bei der Veranstaltung im Schtreik! in der Theodor-Neubauer-Straße standen Kennenlernen, Vernetzung und Kooperation im Mittelpunkt.
“Der Bürgerverein hat auf mehrfachen Wunsch diese Veranstaltung organisiert und dazu eingeladen. Wir wollen damit den zahlreichen Initiativen im Stadtteil Raum für einen Austausch und verbesserte Absprachen geben”, sagte Ulrike Gebhardt vom Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. Neben zahlreichen Gesprächen wurden auch die jeweiligen Veranstaltungskalender der teilnehmenden Initiativen abgeglichen. Einige Kooperationen bahnten sich dabei bereits an. “Die gesammelten Veranstaltungen wird der Bürgerverein aufarbeiten und den Menschen in Anger-Crottendorf auf seiner Homepage für einen besseren Überblick zur Verfügung stellen”, freute sich Gebhardt über das gelungene Format.
Viele Veranstaltungen finden auch 2026 im Stadtteil statt. Beim Stammtisch von Anger-Crottendorfer Initiativen gab es die Möglichkeit für Absprachen und Kooperation. Foto: ACA
Für den gewissen Mehrwert sorgte das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung (AWS). Marlen Försterling und René Zieprich fassten in einem Impulsvortrag zu Beginn zusammen, welche Projekte die Stadtverwaltung in den letzten Jahren im Stadtteil umgesetzt hat und welche noch folgen werden. In der anschließenden Fragerunde beantworteten beide geduldig die Fragen der Teilnehmenden. Mit den Informationen können diese nun in ihrer täglichen Arbeit dazu Stellung beziehen und in ihren Netzwerken weiterverbreiten. Aber auch das AWS nahm die eine oder andere Anregung mit ins technische Rathaus.
Und wie geht es nun weiter? “Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass ein Austausch der zahlreichen ehrenamtlich Engagierten im Stadtteil sehr fruchtbar sein kann. Wir werden den Stammtisch nun verstetigen und in regelmäßigen Abständen durchführen”, zeigte sich Gebhardt mit den Ergebnissen zufrieden.
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