Der 25. Anger-Crottendorfer Anzeiger ist da

Am 1. April 2026 erscheint die neueste Ausgabe des Stadtteilheftes Anger-Crottendorfer Anzeiger. Das Heft liegt in Läden und Geschäften im Stadtteil aus und kann kostenfrei mitgenommen werden. Darüber hinaus kann es auch bald auf der Hompage des Bürgervereins Anger-Crottendorf e.V. heruntergeladen werden.

Wissen Sie eigentlich wofür die Stadt Leipzig alles Geld ausgibt? Der Leipziger Doppelhaushalt 2025/26 umfasst rund 2,8 Milliarden Euro pro Jahr. Mehr als 90 Prozent der Ausgaben sind Pflichtleistungen, rechtlich oder vertraglich gebunden, etwa für Sozialleistungen nach Bundes- und Landesrecht, Personal, Kitas und Schulen, den öffentlichen Nahverkehr oder Zinslasten. Diese Pflichtaufgaben lassen der Kommunalpolitik nur sehr geringen Gestaltungsspielraum. Und so hat die Haushaltslage auch direkte Auswirkungen auf das Leben in Anger-Crottendorf.

In dieser Ausgabe des Anger-Crottendorfer Anzeigers fragt die Redaktion daher, wie die sehr angespannte finanzielle Situation der Stadt sich im Stadtteil auswirken wird.

Und die Schreibenden möchten, dass sich die Lesenden noch mehr mit dem Stadtteil und der Stadt auseinander setzen. Denn es ist unser-aller Stadt, die wir alle gestalten können, wenn wir es wollen. Dazu sind im Heft viele weitere Themen zusammengetragen.

Viel Spaß beim Lesen!

Einladung zum Frühjahrsputz

Der alljährliche Frühjahrsputz steht auf dem Programm. Packt mit an! Sarah und Frank laden wieder ein.

Müllsäcke sind ausreichend vorhanden. Müllgreifer, Einweghandschuhe, Müllsäcke und Transporttonnen stehen bereit.

Kommt vorbei und helft mit. Gute Laune in der Gruppe garantiert!


Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. sorgt im Anschluss für eine Erfrischung aller Fleißigen.

Treffpunkt: 21. März, 10 Uhr Treppe zum Parkbogen, Polygraphplatz (vor der alten Feuerwache Ost, Gregor-Fuchs-Straße 45-47.

Alle Termine 2026 gibts immer aktuell unter diesem Link.

Welttoilettentag am 19. November: Humorvoller Themenabend in Anger-Crottendorf

Am 19. November ab 17 Uhr lädt der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. zu einem besonderen Themenabend ins SCHTREIK! (ehemals Silberfund, Theodor-Neubauer-Straße 38) ein. Anlass ist der Welttoilettentag, der jedes Jahr daran erinnert, dass weltweit über 2,5 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Saubere Toiletten sind lebenswichtig – sie schützen vor Krankheiten, fördern Gesundheit und stehen für gesellschaftlichen Fortschritt, Hygiene und Umweltschutz.

Unter dem Motto „Mit einem Augenzwinkern über ein Thema sprechen, das uns alle betrifft“ erwartet die Gäste ein abwechslungsreicher Abend rund ums stille Örtchen – informativ, unterhaltsam und mit der nötigen Portion Humor.

Nach der Begrüßung stellt der Referent und Koordinator für öffentliche Sanitäranlagen das Leipziger Toilettenkonzept kurz vor. Dabei gibt er einen spannenden Einblick, an welchen Orten und auf welche Weise Menschen in der Stadt künftig Toiletten nutzen können – ob im Park, am Spielplatz oder unterwegs in der Innenstadt.

Im Anschluss wird der Dokumentarfilm „Holy Shit – Mit Scheiße die Welt retten“ gezeigt. Er geht der Frage nach: Was geschieht mit der Nahrung, die wir verdauen, nachdem sie unseren Körper verlassen hat? Ist es Abfall, der weggeworfen wird, oder eine Ressource, die wiederverwendet werden kann? Auf der Suche nach Antworten begibt sich Regisseur Rubén Abruña auf eine investigative und zugleich unterhaltsame Reise durch 16 Städte auf vier Kontinenten.

Ab 19 Uhr heißt es dann: Miträtseln beim Kneipenquiz rund ums stille Örtchen – mit spannenden Fragen und attraktiven Preisen. Für das leibliche Wohl sorgt sobærle mit alkoholfreien Getränken und Snacks.

Mit dem Themenabend möchte der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. auf ein allgegenwärtiges, zugleich aber sensibles Thema aufmerksam machen – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kinoreihe des Bürgervereins statt, die gesellschaftlich relevante und oft tabuisierte Themen aufgreift und zur Diskussion anregen möchte.

„Kommt vorbei, schmunzelt, lernt Neues und testet euer Wissen – wir freuen uns auf euch!“, so die Einladung des Bürgervereins.

Sicher über die Zweinaundorfer Straße – Aktion+Workshop

Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. lädt zum zweiten Workshop aus der Reihe “Queren im Quartier” ein. Am Mittwoch, 17. September, werden von 17-19 Uhr die schwierigen Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr beim Überqueren der Zweinaundorfer Straße thematisiert. Gleichzeitig sollen Varianten für eine Lösung erarbeitet werden.

Viele Menschen müssen über die Zweinaundorfer Straße. Sie wollen zum  Bus, zur S-Bahn oder mit dem Rad in den Lene-Voigt-Park. Doch ständig rauschen Autos vorbei, überholen den Bus an der Haltestelle oder fahren kreuz und quer zur Tankstelle oder in die angrenzenden Nebenstraßen.
Wenn Du willst, dass sich dieser Zustand ändert, dann komm vorbei! Wenn Du sehen willst, wie das Queren auch anders gehen kann, dann mach mit!

Bei dieser Aktion bringt der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. einen mobilen Zebrastreifen zum Einsatz und will im Workhop über eine gute Lösung für ein sicheres Queren der Straße diskutieren.

Mittwoch 17. September 2025 – 17 bis 19 Uhr
Zweinaundorfer Straße, Ecke Wichernstraße

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 2025 statt. Das gesamte Programm der Aktionswoche gibt es im Programmheft, unter: www.leipzig.de/emw

Warum die 74. Grundschule jetzt Christian-Morgenstern-Schule heißt

Seit dem 1. August gibt es einen neuen Schulnamen im Stadtteil. Aus der schnöden “74.” wurde die “Christian-Morgenstern-Schule – Grundschule der Stadt Leipzig”.

Grundlage dafür ist eine Richtlinie der Stadt Leipzig zur Namensgebung für Schulen (VII-DS-06249), die in der Ratsversammlung am 19. Januar 2022 beschlossen wurde. Damit sind neu eingerichtete Schulen verpflichtet, innerhalb von drei Jahren nach Selbstständigwerden einen Antrag auf Schulnamensgebung beim Amt für Schule einzureichen. Schulen, die noch eine Schulnummer tragen, sollen bis Ende 2027 einen Prozess der Schulnamensgebung begonnen haben.

An der damaligen noch 74. Grundschule begann dieser Prozess im August 2024, nachdem schon im Jahr zuvor erste Überlegungen aufkamen. “Der Wunsch bestand darin, einen Eigennamen zu erhalten, mit dem inhaltlich und pädagogisch gut gearbeitet werden kann. Wichtig war und ist uns, einen direkten Bezug zum Lehrplan herstellen zu können”, heißt es im “Pädagogischem Konzept zur Schulnamensgebung”, welches eine Arbeitsgruppe der Grundschule geschrieben hat. “Die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler, das Hortteam sowie die Elternschaft sollen sich gut mit dem Namen identifizieren können. Es sollte ein eingäng-iger und wohlklingender Name werden, der durchaus schon bekannt ist und einen hohen Wiedererkennungswert hat.”

Damit war der Rahmen gesetzt. Der Inhalt folgte in mehreren Stufen. Nach Gründung des “Team Schulname”, welches sich aus dem Kreis der Lehrer-innen und Lehrer der Schule formte und das Organisatorische zu bearbeiten hatte, bekamen sehr schnell alle Nutzergruppen die Möglichkeit ihre Namensvorschläge abzugeben. Auch das Hort-Team, der Kinderrat und der Elternrat der Schule wurden in die Phase der Namensfindung aktiv einbezogen.

Von den Kindern kamen spontane Vorschläge wie „Regenbogenschule“, „Die bunte Schule“, „Die Sternenschule“ oder „Freundschaftsschule“. Das passt zwar zur o.g. Zielstellung, aber namensgebend sollte eine geeignete, bereits verstorbene Person sein. Dennoch, diese Vorschläge spiegeln ganz wunderbar das tägliche (Er-)Leben an einer Grundschule wider, deren Einzugsgebiet von großer Multinationalität und Vielfalt geprägt ist. Der Anteil von Familien aus anderen Herkunftsländern beträgt ca. 50%. Man findet an der Schule Menschen, die in unterschiedlichsten Familienformen zusammenleben, sowie Kinder und Familien aus fast allen Einkommensschichten.

Das “Team Schulname” sichtete und bearbeitete die eingereichten Vorschläge aller Beteiligten.
Einige weitere Vorschläge waren: Heinrich Heine, Hannah Ahrendt, Carl Christoph Vogel (Ehrenbürger Leipzigs), Fanny Götz (Sportlerin), Hertha Wunder-Fey (Sportlerin), Clara Zetkin, Friedrich Dittes und Christian Morgenstern.
Alle Personen wurden hinsichtlich ihrer konzeptionellen Eignung und in Verbindung zum Schulkonzept angeschaut und geprüft. Es kristallisierten sich am Ende zwei Namen heraus, die große Resonanz und Begeisterung bei allen Beteiligten auslösten: Clara Zetkin und Christian Morgenstern.

Im November wurde dann final abgestimmt. Die Schülerinnen und Schüler, die Elternschaft, das Lehrer- und Hort-Team, selbst die Mitarbeitenden der Schulverwaltung und der Küche wählten ihren favorisierten Namen. Und dann stand das Ergebnis endlich fest: Christian Morgenstern 107 Stimmen, Clara Zetkin 55 Stimmen.

Es folgte noch der Weg durch die Stadtverwaltung in Form des Amtes für Schule und einer Anhörung im Stadtbezirksbeirat Ost. Am 25. Juni 2025 stimmte dann auch der Leipziger Stadtrat einstimmig für die Umbenennung. Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte seine besondere Freude an der Namensgebung während der Abstimmung im Rat. Jung, selbst lange Zeit Deutschlehrer bevor er in die Leipziger Verwaltung und später in die Stadtpolitik wechselte, empfahl den Ratsmitgliedern dringend Gedichte von Christian Morgenstern. “Das kühlt ab nach einer Stadtratssitzung.”

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Das 30-Seitige “Pädagogische Konzept zur Schulnamensgebung Christian-Morgenstern-Schule – Grundschule der Stadt Leipzig” mit allen Meilensteinen, Abstimmungsergebnissen und Begründungen kann hier als pdf-Datei runtergeladen und nachgelesen werden: www.is.gd/E2ixap

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Der Beitrag „Warum die 74. Grundschule jetzt Christian-Morgenstern-Schule heißt“ von Darius N. Ehrlicher erschien erstmals am 01.09.2025 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 24/ 2025.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger

Zur Wahrheit gehört auch…

Wenig Abkühlung zeigen einige Menschen im Stadtteil, die u. a. den Kindern der Grundschule und der Kita gegenüber den neuen verkehrsberuhigten Bereich der Stünzer Straße dazwischen schon nicht gönnen wollen [der ACA berichtete]. Eben jene, darunter auch das an dieser Stelle mit selbiger Überschrift schon öfter aufgeführte Mitglied im Stadtbezirksbeirat-Ost für die CDU, äzten in den Sozialen Medien gegen die Namensgebung und zugleich auch gegen die anderen Mitglieder des Beirats, die sich für die Umbenennung ausgesprochen hatten. Wie der Anger-Crottendorfer Anzeiger aus informierten Kreisen erfuhr, werden das Thema und die herablassenden Äußerungen dazu im Stadtbezirksbeirat noch einmal ausgewertet.

Vielleicht sollten sich diese Leute auch folgende Worte von Christian Morgen– stern zu Herzen nehmen. Sie sind im “Pädagogischen Konzept zur Schulnamensgebung” niedergeschrieben:

„Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Macht Euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.“