Sicher über die Zweinaundorfer Straße – Aktion+Workshop

Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. lädt zum zweiten Workshop aus der Reihe “Queren im Quartier” ein. Am Mittwoch, 17. September, werden von 17-19 Uhr die schwierigen Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr beim Überqueren der Zweinaundorfer Straße thematisiert. Gleichzeitig sollen Varianten für eine Lösung erarbeitet werden.

Viele Menschen müssen über die Zweinaundorfer Straße. Sie wollen zum  Bus, zur S-Bahn oder mit dem Rad in den Lene-Voigt-Park. Doch ständig rauschen Autos vorbei, überholen den Bus an der Haltestelle oder fahren kreuz und quer zur Tankstelle oder in die angrenzenden Nebenstraßen.
Wenn Du willst, dass sich dieser Zustand ändert, dann komm vorbei! Wenn Du sehen willst, wie das Queren auch anders gehen kann, dann mach mit!

Bei dieser Aktion bringt der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. einen mobilen Zebrastreifen zum Einsatz und will im Workhop über eine gute Lösung für ein sicheres Queren der Straße diskutieren.

Mittwoch 17. September 2025 – 17 bis 19 Uhr
Zweinaundorfer Straße, Ecke Wichernstraße

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 2025 statt. Das gesamte Programm der Aktionswoche gibt es im Programmheft, unter: www.leipzig.de/emw

Warum die 74. Grundschule jetzt Christian-Morgenstern-Schule heißt

Seit dem 1. August gibt es einen neuen Schulnamen im Stadtteil. Aus der schnöden “74.” wurde die “Christian-Morgenstern-Schule – Grundschule der Stadt Leipzig”.

Grundlage dafür ist eine Richtlinie der Stadt Leipzig zur Namensgebung für Schulen (VII-DS-06249), die in der Ratsversammlung am 19. Januar 2022 beschlossen wurde. Damit sind neu eingerichtete Schulen verpflichtet, innerhalb von drei Jahren nach Selbstständigwerden einen Antrag auf Schulnamensgebung beim Amt für Schule einzureichen. Schulen, die noch eine Schulnummer tragen, sollen bis Ende 2027 einen Prozess der Schulnamensgebung begonnen haben.

An der damaligen noch 74. Grundschule begann dieser Prozess im August 2024, nachdem schon im Jahr zuvor erste Überlegungen aufkamen. “Der Wunsch bestand darin, einen Eigennamen zu erhalten, mit dem inhaltlich und pädagogisch gut gearbeitet werden kann. Wichtig war und ist uns, einen direkten Bezug zum Lehrplan herstellen zu können”, heißt es im “Pädagogischem Konzept zur Schulnamensgebung”, welches eine Arbeitsgruppe der Grundschule geschrieben hat. “Die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler, das Hortteam sowie die Elternschaft sollen sich gut mit dem Namen identifizieren können. Es sollte ein eingäng-iger und wohlklingender Name werden, der durchaus schon bekannt ist und einen hohen Wiedererkennungswert hat.”

Damit war der Rahmen gesetzt. Der Inhalt folgte in mehreren Stufen. Nach Gründung des “Team Schulname”, welches sich aus dem Kreis der Lehrer-innen und Lehrer der Schule formte und das Organisatorische zu bearbeiten hatte, bekamen sehr schnell alle Nutzergruppen die Möglichkeit ihre Namensvorschläge abzugeben. Auch das Hort-Team, der Kinderrat und der Elternrat der Schule wurden in die Phase der Namensfindung aktiv einbezogen.

Von den Kindern kamen spontane Vorschläge wie „Regenbogenschule“, „Die bunte Schule“, „Die Sternenschule“ oder „Freundschaftsschule“. Das passt zwar zur o.g. Zielstellung, aber namensgebend sollte eine geeignete, bereits verstorbene Person sein. Dennoch, diese Vorschläge spiegeln ganz wunderbar das tägliche (Er-)Leben an einer Grundschule wider, deren Einzugsgebiet von großer Multinationalität und Vielfalt geprägt ist. Der Anteil von Familien aus anderen Herkunftsländern beträgt ca. 50%. Man findet an der Schule Menschen, die in unterschiedlichsten Familienformen zusammenleben, sowie Kinder und Familien aus fast allen Einkommensschichten.

Das “Team Schulname” sichtete und bearbeitete die eingereichten Vorschläge aller Beteiligten.
Einige weitere Vorschläge waren: Heinrich Heine, Hannah Ahrendt, Carl Christoph Vogel (Ehrenbürger Leipzigs), Fanny Götz (Sportlerin), Hertha Wunder-Fey (Sportlerin), Clara Zetkin, Friedrich Dittes und Christian Morgenstern.
Alle Personen wurden hinsichtlich ihrer konzeptionellen Eignung und in Verbindung zum Schulkonzept angeschaut und geprüft. Es kristallisierten sich am Ende zwei Namen heraus, die große Resonanz und Begeisterung bei allen Beteiligten auslösten: Clara Zetkin und Christian Morgenstern.

Im November wurde dann final abgestimmt. Die Schülerinnen und Schüler, die Elternschaft, das Lehrer- und Hort-Team, selbst die Mitarbeitenden der Schulverwaltung und der Küche wählten ihren favorisierten Namen. Und dann stand das Ergebnis endlich fest: Christian Morgenstern 107 Stimmen, Clara Zetkin 55 Stimmen.

Es folgte noch der Weg durch die Stadtverwaltung in Form des Amtes für Schule und einer Anhörung im Stadtbezirksbeirat Ost. Am 25. Juni 2025 stimmte dann auch der Leipziger Stadtrat einstimmig für die Umbenennung. Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte seine besondere Freude an der Namensgebung während der Abstimmung im Rat. Jung, selbst lange Zeit Deutschlehrer bevor er in die Leipziger Verwaltung und später in die Stadtpolitik wechselte, empfahl den Ratsmitgliedern dringend Gedichte von Christian Morgenstern. “Das kühlt ab nach einer Stadtratssitzung.”

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Das 30-Seitige “Pädagogische Konzept zur Schulnamensgebung Christian-Morgenstern-Schule – Grundschule der Stadt Leipzig” mit allen Meilensteinen, Abstimmungsergebnissen und Begründungen kann hier als pdf-Datei runtergeladen und nachgelesen werden: www.is.gd/E2ixap

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Der Beitrag „Warum die 74. Grundschule jetzt Christian-Morgenstern-Schule heißt“ von Darius N. Ehrlicher erschien erstmals am 01.09.2025 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 24/ 2025.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger

Zur Wahrheit gehört auch…

Wenig Abkühlung zeigen einige Menschen im Stadtteil, die u. a. den Kindern der Grundschule und der Kita gegenüber den neuen verkehrsberuhigten Bereich der Stünzer Straße dazwischen schon nicht gönnen wollen [der ACA berichtete]. Eben jene, darunter auch das an dieser Stelle mit selbiger Überschrift schon öfter aufgeführte Mitglied im Stadtbezirksbeirat-Ost für die CDU, äzten in den Sozialen Medien gegen die Namensgebung und zugleich auch gegen die anderen Mitglieder des Beirats, die sich für die Umbenennung ausgesprochen hatten. Wie der Anger-Crottendorfer Anzeiger aus informierten Kreisen erfuhr, werden das Thema und die herablassenden Äußerungen dazu im Stadtbezirksbeirat noch einmal ausgewertet.

Vielleicht sollten sich diese Leute auch folgende Worte von Christian Morgen– stern zu Herzen nehmen. Sie sind im “Pädagogischen Konzept zur Schulnamensgebung” niedergeschrieben:

„Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Macht Euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.“

Kita “Sonnenblume” wird neu gebaut

Zum “Tag des offenen Denkmals” lud die Stadtverwaltung am 8. September 2024 in die Kita “Sonnenblume” in der Krönerstraße 43. “Der in die Jahre gekommene Kindergarten soll unter Einbindung der qualitätvollen Klinkerreliefs neu gedacht werden. Die Führung zeigt den Planungs- und Ideenstand und stellt den Altbau vor.” Mit diesen Worten kündigte man die Veranstaltung an. Der Typenbau aus der Serie 66, der von 1968-1969 auf großzügiger Fläche gebaut und mit baugebundener Kunst nach Entwürfen von Max Uhlig aufgewertet wurde, welche Szenen aus dem Musikmärchen „Peter und der Wolf“ zeigt, liegt seit Sommer 2021 im Dornröschenschlaf. Die Einrichtung musste aufgrund massiver baulicher Mängel am Bestandsgebäude ausgelagert werden und befindet sich seitdem in einem Interimsgebäude in der Leonhardt-Frank-Straße in Sellerhausen.

Die neue Kita “Sonnenblume: Das Bestandsgebäude wird durch einen Neubau an selbiger Stelle ersetzt. Ein Anbau ergänzt das Ensemble. Der grüne Außenbereich bleibt weitestgehend erhalten. Draufsicht aus südöstlicher Richtung.
Grafik: Dohle+Lohse Architekten

Und bei dem Rundgang um und durch das Haus war der Mitarbeiter des Amtes für Gebäudemanagement auch gar nicht so optimistisch, dass dieser Standort in naher Zukunft wieder belebt wird. Vielmehr richtete man sich darauf ein, dass hier erst einmal nichts weiter passiert. So wurden auch noch die letzten Erdgeschossfenster kurz nach der Veranstaltung zugenagelt.

Hinzu kam, dass in den letzten beiden Jahren der Geburtenrückgang in Leipzig erst richtig spürbar wurde. Inzwischen sind 4.000 Kitaplätze nicht belegt, die Stadtverwaltung steuert dieser Entwicklung entgegen. Es werden – vor allem kleine, alte und unwirtschaftlich zu betreibende – Einrichtungen geschlossen. Neubauten werden auf Eis gelegt oder ganz gestrichen. Vernünftig ist das auch mit Blick auf den städtischen Haushalt, bei dem der Gürtel wesentlich enger geschnallt werden muss. Nicht zu vergessen sei hier aber auch die aktuelle Sächsische Staatsregierung, deren rigider Sparkurs wiederum die Misere noch verschärft hat.

Die neue Kita “Sonnenblume: Blick aus südöstlicher Richtung auf den Anbau mit Eingangsbereich.
Visualisierung: Dohle+Lohse Architekten

Weil das jetzige Interim in Sellerhausen ab 2028 für weitere Auslagerungen im Zuge notwendiger Sanierungen gebraucht wird und die umgebenden Kitas den nötigen Bedarf nicht abdek- ken können, ist somit ein Neubau in der Krönerstraße ab Frühjahr 2026 unumgänglich.

Das neue Gebäude wird 134 Plätze bieten, davon 42 Krippe, 88 Kindergarten, vier Integrationsplätze. Die Planung sieht einen zweigeschossigen nicht unterkellerten und barrierefreien Baukörper in Massivbauweise vor. Der Ersatzneubau erfüllt die Vorgaben des Energiehausstandards 40 und soll über Fernwärme mit Energie versorgt werden. Auf den Dachflächen ist neben einer Dachbegrünung zusätzlich eine PV-Anlage geplant. Das anfallende Niederschlagswasser soll über eine Rigole im Boden vollständig versickern.

Die Haupterschließung für das Gebäude sowie der erforderlichen Pkw-Stellplätze und die Anlieferung der Küche erfolgt über die Krönerstraße Ecke Mascovstraße. Die Gruppenräume sind analog zum Bestand in Richtung Südwest mit Blick in den Garten ausgerichtet. Über einen vorgelagerten Laubengang gelangen die Kinder des Kindergartens aus dem Obergeschoss in den Freibereich. Die Gruppenräume der Krippe befinden sich unmittelbar darunter im Erdgeschoss ebenfalls mit direktem Zugang in den Freibereich. Als pädagogisches Konzept des Nutzers wurde bei der Planung der Gruppen-, Garderoben-, Sanitär- und Flurbereiche ein offenes Konzept berücksichtigt. Die Gruppenräume können durch Türen miteinander verbunden und die Flure und angrenzenden Garderobenbereiche als Spielflure genutzt werden. Für das gemeinsame Essen der Kindergartenkinder wurde im Obergeschoss ein zentraler Bereich, das so genannte Kinderkaffee, vorgesehen. Dieser Essensbereich lässt sich je nach Wetterlage über den Zugang zum Laubengang in Form einer kleinen Terrasse erweitern. Die Terrasse und der Laubengang bilden dabei in erster Linie den erforderlichen Fluchtweg im Brandfall.

Die neue Kita “Sonnenblume: Der Eingangsbereich wird im Neubau auf das südöstliche Ende in der Kröner-, Ecke Mascovstraße verlegt.
Grafik: Dohle+Lohse Architekten

Eine besondere Herausforderung stellt die Planung und Umsetzung zum Erhalt der baugebundenen Kunst dar. Diese gilt es, nach Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde vor Ort, zu sichern und in den Ersatzneubau einzubinden. Die beiden Giebel werden auch das neue Gebäude zieren. Die kleineren Reliefs, welche aktuell noch auf der Gartenseite eingebaut sind, werden auf die nordöstliche Gebäudeseite umziehen.

Die neue Kita “Sonnenblume: Der grüne Außenbereich.
Grafik: Dohle+Lohse Architekten

Hinzu kommt ein kleiner Stadtplatz, der sich auf der Ecke ausdehnen wird, auf der sich bis vor kurzem noch das Baulager für die Fernwärme-Erweiterung befand. Diesen Platz können dann auch alle Menschen nutzen. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei rund 10,2 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für Juli 2028 geplant. Alter und neuer Betreiber der Kindertagesstätte ist der Volkssolidarität Stadtverband Leipzig e.V. als freier Träger.

Die neue Kita “Sonnenblume: Blick aus westlicher Richtung auf den Gebäudekörper.
Visualisierung: Dohle+Lohse Architekten

Der Stadtrat stimmte am 26. Juni 2025 mit großer Mehrheit dem Neubauvorhaben zu. Nur die Ratsmitglieder der Partei Die Linke enthielten sich. Ihr langjähriger Stadtrat Siegfried Schlegel sprach sich fraktionsintern dafür aus, dass sein Lehrlingsbau, an dem er Ende der 60er Jahre selbst mitbaute, saniert werden soll. Siegfried Schlegel nahm auch an dem o.g. Rundgang zum “Tag des offenen Denkmals” teil. Dabei brachte er natürlich seine Sicht der Dinge den Teilnehmenden näher – auf die für ihn bekannte, sehr ausführliche Art und Weise.

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Die Vorlage “Baubeschluss Ersatzneubau Kindertageseinrichtung, Krönerstraße 43” (VIII-DS-00665) mit allen Ansichten, Schnitten und Grundrissen kann runtergeladen werden, unter: www.is.gd/FMkyVa

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Der Beitrag „Kita Sonnenblume wird neu gebaut“ von Marcel Pruß erschien erstmals am 01.09.2025 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 24/ 2025.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger

Untenrum alles neu – Wasser- und Abwasserbauarbeiten im Stadtteil

Mitte Juni begannen die Leipziger Wasserwerke (LWW) eine sehr ausgedehnte Baumaßnahme. Noch bis Mai 2026 wird an der Abwasserinfrastruktur in der Zweinaundorfer Straße zwischen Breite Straße und Wichernstraße in fünf Phasen gebaut. Die “Sanierungsmaßnahmen an der Mischwasserleitung (werden) vorwiegend in geschlossener Bauweise durchgeführt”, so die LWW.

Baustelle Zweinaundorfer Straße.
Foto: ACA

Dennoch machen diese Bauarbeiten eine Vollsperrung der Zweinaundorfer Straße notwendig, was sich auch auf die Wege und Fahrzeiten des Quartierbus auswirkt. Noch bis Mitte September führt die Umleitungsstrecke über die Martinstraße und verlängert damit auch die Fahrzeiten und Anzahl der Haltestellen. Danach wird der westliche Teil der Zweinaundorfer Straße wieder freigegeben und der Bus nimmt seine übliche, kurze Route.

Problemstelle Straßenbahngleise

Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. fragte vor Baubeginn bei den Leipziger Wasserwerken und den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) nach, ob bei der Gelegenheit nicht auch die Schienen der Straßenbahn in den Baustellenbereichen ausgebaut werden könnten.

Die Strecke der ehemaligen Linie 2 wurde 1997 nach 109 Jahr zwar stillgelegt, wird aber weiterhin in den Plänen für eine mögliche Neuauflage freigehalten. Die unbefahrenen Gleise haben allerdings einige Nachteile. Sie sorgen dafür, dass der Autoverkehr besonders laut durch die Straßenschlucht poltert und gelegentlich Spurhalteprobleme hat. Aber vor allem sind die Rillen eine Unfallquelle für Radfahrende, besonders auf Höhe des Gewerbehofs Zweinaundorfer Straße 8-10. Dort laufen die landwärtigen Gleise und die parkenden Fahrzeuge aufeinander zu. Passen Radelnde dann nicht im höchsten Maße auf, besteht akute Sturzgefahr.

Die LVB antwortete kurz und knapp: “Wir sind in die Planungen nicht involviert und es ist auch aktuell nicht geplant die Gleise zu entfernen.” Die LWW gingen in ihrer Antwort etwas mehr in die Details. “Es ist geplant, die Arbeiten in diesem Abschnitt einschließlich der Wiederherstellung der Fahrbahn in Asphaltbauweise bis Ende August 2025 fertigzustellen. Die LVB als Sondernutzer der öffentlichen Straßen zur Durchführung des ÖPNV sind Eigentümer der Gleisanlagen. Ein Rückbau ist im Rahmen der aktuellen Baumaßnahme nicht vorgesehen.” Also bleibt im Abschnitt Breite Straße bis Kohlgartenweg alles beim Alten.

Aber einen Ausblick auf einen anderen Teil gaben die LWW dann doch. “Der grundhafte Ausbau der Zweinaundorfer Straße im Abschnitt zwischen Martinstraße und Mierendorffstraße ist Bestandteil des Rahmenplans 2030 der Stadt Leipzig und soll mit Beteiligung der Partner der L-Gruppe, der LVB, der LWW und der Netz Leipzig GmbH (Netz Leipzig) realisiert werden. Das Vorhaben sieht unter anderem eine Neuordnung des Straßenraums vor. Dabei sollen auch separate Radfahrstreifen eingerichtet werden, um die Verkehrssicherheit für Radfahrende deutlich zu erhöhen und bestehende Gefahrenquellen zu beseitigen. Ein Rückbau der Gleise erfolgt dann in diesem Abschnitt. Die Planungen für dieses umfangreiche Vorhaben sollen frühestens ab dem Jahr 2027 aufgenommen werden.”

Problemstelle Tempo 30

Was ebenso noch etwas dauert, ist die Anordnung von Tempo 30 zwischen Kippenbergstraße und Martinstraße, so wie es im Lärmaktionsplan 2019 der Stadtverwaltung für diesen Lärmschwerpunkt vorgesehen war. Dafür ist die Umprogrammierung der Ampel Breite Straße nötig. Das soll nun in diesem, spätestens im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Bauarbeiten in der Hanns-Eisler-Straße Ende Juli.
Foto: ACA

Problemstelle Rotteleitungen

Eine zweite Baustelle betreiben die LWW in der Liselotte-Herrmann-Straße. Dort, beginnend an der Kreuzung Hanns-Eisler- und Krönerstraße, werden noch bis Ende Februar 2026 die Trinkwasserleitungen und Abwasserkanäle getauscht. Dazu werden Vollsperrungen der betroffenen Straßen abschnittsweise nötig. Der Abwasserkanal in der Liselotte-Herrmann-Straße ist noch gar nicht so alt. Er kam mit dem Bau der Neubaublöcke Ende der 60er Jahre in die Erde. Er ist inzwischen aber schon verschlissen. Die Trinkwasserleitung liegt unter dem Grünstreifen zum KGV “Sonnenglück” und war in den vergangenen Jahren schon mehrmals gebrochen.

Der Einbau der beiden Leitungen erfolgt im Flüssigbodenverfahren. Das geht schnell und das hochstehende Grundwasser muss nicht künstlich abgesenkt werden. Mit Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung ist im Bauzeitraum zu rechnen. Dies und die jeweiligen Vollsperrungen werden mittels Informationen in Form von Aushängen angekündigt.

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Die fünf Bauphasen im Überblick:

– zwischen Breite Straße und Kohlgartenweg | 16. Juni bis Mitte September 2025

– zwischen T.-Neubauer- und Martinstraße | Mitte September bis Mitte November 2025

– Kreuzung Zweinaundorfer/Martinstraße | Mitte November bis Ende Dezember 2025

– zwischen Martinstraße und Mierendorffstraße | Mitte Januar 2026 bis Ende März 2026

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Der Beitrag „Untenrum alles neu – Wasser- und Abwasserbauarbeiten im Stadtteil“ von Darius N. Ehrlicher erschien erstmals am 01.09.2025 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 24/ 2025.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger

Interesse überschaubar – Kein Ansturm auf kostenpflichtige Parkplätze

Es gibt schon verrückte Menschen im Stadtteil Anger-Crottendorf. Zum Beispiel jene, die sich ein Auto zulegen, nur um es dann rumstehen zu lassen. So ist jedes vierte Auto im öffentlichen Raum im Stadtteil eigentlich ein Stehzeug, wie die Parkraumanalyse 2022 zu Tage brachte [der ACA berichtete]. Oder auch die Menschen, die seit Jahren behaupten, der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. macht alles um alle Autos wegzubekommen.
Die Wahrheit aber ist: Der Bürgerverein tut alles für die Menschen im Stadtteil – im übrigen auch für Autofahrer. Man muss es nur sehen wollen können.

Wird auf dieser Fläche der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft in der Hanns-Eisler-Straße ein kostenpflichtiger Parkplatz entstehen?
Foto: ACA

Denn zuletzt brachte im Mai 2024 der Bürgerverein über den Stadtbezirksbeirat-Ost einen Antrag ins politische Verfahren, der den Bau eines Interimsparkplatzes in der Hanns-Eisler-Straße zum Ziel hatte. Auf dem Grundstück der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB), wo früher ein Wohnblock stand, sollen Stellplätze entstehen, die u.a. die Garagenstellplätze in der Kröner-/ Liselotte-Herrmann-Straße kompensieren sollen. Die beiden Garagenhöfe sollen einem Grundschulneubau weichen. Der Parkplatz soll nur als Zwischenlösung ausgelegt sein, weil in einer wachsenden Stadt die Wohnungsbaugesellschaft sicherlich auch weiterhin Wohnungen bauen muss und wird.

Schon im Jahr 2019 trat der Bürgerverein mit diesem Vorschlag an die LWB heran. Damals noch zeigte das stadteigene Wohnungsbauunternehmen kein Interesse. Im vergangenen Jahr nun wurde das selbe Vorhaben über den Stadtbezirksbeirat-Ost als formeller Prüfauftrag für die Stadtverwaltung wieder angeschoben. Somit musste dieser Vorschlag bearbeitet werden.

Das Liegenschaftsamt rechnete durch und ermittelte monatliche Kosten pro Stellplatz von 85 bis 100 Euro. Darin enthalten sind Bau, Pacht, Pflege und Rückbau für insgesamt 67 Stellplätze auf geschotterten Untergrund für 10 Jahre. Die Stadtverwaltung startete mit diesen Zahlen im November 2024 ein Interessenbekundungsverfahren, um überhaupt “den tatsächlichen Bedarf an ersatzweisen Stellplatzangeboten unter den Anwohnerinnen und Anwohnern zu ermitteln.” Interessierte konnten sich unverbindlich daraufhin melden. Das Verfahren endete Ende Februar 2025. Danach wurde gesichtet, sortiert und im Juni die Ergebnisse in den Grundstücksverkehrsausschuss weitergegeben, der über das weitere Vorgehen entscheiden wird. Aktuell sind dort noch Fragen offen, nach der Sommerpause wird im Ausschuss weiter beraten.

Die Stellplätze auf dem Polygraphplatz wurden 2016 als Interim während Fernwärmearbeiten im Stadtteil angelegt. Der Platz wird im Rahmen des Stadtplatzprogramms umgestaltet, die Zwischenlösung dann beendet.
Foto: ACA

Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. fragte im Juli einen Zwischenstand ab und dieser wartete mit allerlei Interessantem auf.

Das Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig gab bekannt, dass 88 Interessensbekundungen eingingen, davon müssen allerdings drei Meldungen abgezogen werden, mehr dazu später. Insgesamt 19 Einsendungen kamen von aktuellen Pächterinnen und Pächter der Garagenhöfen. Die Zahlen überraschen, fordern doch seit vier Jahren sehr lautstark eine Handvoll Menschen mehr Parkplätze. Was sich aber schon im vergangenen Herbst abzeichnete, als der ACA im Kommentar “Hast Du auch Parkdruck?” freie, zu mietende Stellplätzen aufzählte, setzt sich hiermit nun fort. Unter dem Strich ist das Begehr dann doch gar nicht so groß – vor allem, wenn es mit Kosten verbunden ist. Zum Vergleich: Im öffentlichen Raum im Stadtteil gibt es laut Parkraumanalyse 2.410 legale Stellplätze. In Anger-Crottendorf sind aber 3.150 Kfz zugelassenen. Und da finden sich nur 88 Interessierte (minus drei)? Auf den beiden o.g. Garagenhöfen gibt es laut Stadtverwaltung 179 Garagen. Und da interessieren sich nur 19 Pächterinnen und Pächter für einen Ausweichplatz nach einem möglichen Abriss?

Ist das Geschrei einiger weniger somit auch nur Geschrei um des Schreien Willens ohne weitere Absichten? Oder scheitert es an den Kosten von 100 Euro pro Monat? Für eine Garage zahlt man je nach Alter des Pachtvertrages und Lage ab 25 Euro pro Monat.

Der Kostenvergleich verrät zwei Dinge. Erstens sind die 100 Euro der wahre Preis für einen Stellplatz in einer vollen Stadt, in der wir heute leben, in der Raum knapp ist. Das sollte auch niemanden überraschen, hatte der ACA in der schon erwähnten Herbstausgabe 22/2024 die Kosten für einen Stellplatz in einem Parkhaus schon einmal durchgerechnet. Manche wünschen sich ja auch ein Parkhaus im Stadtteil – bzw. schreien sie danach.

Zweitens zeigen die Zahlen aber auch, dass die stadteigenen Grundstücke mit Garagen – und das gilt nicht nur für Anger-Crottendorf, sondern für die ganze Stadt – weit unter Wert verpachtet werden.

Das Liegenschaftsamt gab in den Antworten auch einen Ausblick wie es weitergehen wird. Denn es ist nun den “politischen Gremien vorbehalten, auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse und mit Blick auf die geschätzten Baukosten zu entscheiden, ob ein solcher Interimsparkplatz in Anger-Crottendorf eingerichtet werden soll. Dazu könnte dann vorgelagert möglicherweise auch eine Mietverpflichtung unter interessierten Nutzern abgefordert und eine notwendige Mindestanzahl an Verpflichtungen zur Voraussetzung für die Einrichtung der Kfz-Stellplätze gemacht werden.” Spätestens dann müssen alle die Hosen runterlassen und die Karten auf den Tisch legen.

Etwas muss noch aufgeklärt werden: Die drei oben abgezogenen Meldungen. Denn es gab im Interessenbekundungsverfahren auch Rückmeldungen, die das große Ganze im Blick hatten. Das Liegenschaftsamt schreibt dazu: “Bei den besagten drei Rückmeldungen, die einen Interimsparkplatz als nicht notwendig erachten bzw. sich dagegen aussprechen, wurde insbesondere auf Klima- und Umweltaspekte sowie die Lebensqualität im Stadtteil hingewiesen. Diese Bürgerinnen und Bürger räumen dem Erhalt von Grün- und Spielflächen nach eigenem Bekunden einen deutlich höheren Stellenwert ein und sprachen sich gegen zusätzliche, versiegelte Parkflächen aus.”

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Zur Wahrheit gehört auch…

Das an dieser Stelle mit selbiger Überschrift schon öfter aufgeführte Mitglied im Stadtbezirksbeirat-Ost für die CDU lehnte den Interimsparkplatz bei der Abstimmung im Beirat am 8. Mai 2024 ab. Als Vorsitzender des lokalen Autoclubs, der bei jeder Gelegenheit “mehr Parkplätze” fordert, klebte er Ende letzten Jahres an jede Hauseingangstür im Stadtteil Zettel, auf denen er versicherte, dass er und sein Verein das Vorhaben zum Interimsparkplatz “ausdrücklich unterstützen”.
In Fachkreisen diskutiert man solches Verhalten, was hiermit wiederholt auftrat, auch als dissoziative Störung, früher bekannt als Schizophrenie.

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Der Beitrag „Interesse überschaubar – Kein Ansturm auf kostenpflichtige Parkplätze“ von Darius N. Ehrlicher erschien erstmals am 01.09.2025 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 24/ 2025.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger