Parkbogen Ost: Baufortschritt am Sellerhäuser Viadukt und der Brücke über die Eisenbahnstraße

Seit Dezember 2024 laufen die Arbeiten auf dem und um das Viadukt zwischen Eisenbahn- und Liselotte-Herrmann-Straße. Im gesamten Bereich, jedoch vor allem auf der Dammebene und dem Viadukt, finden Tief- und Ingenieurbaumaßnahmen statt, die zur Entwicklung der zukünftigen Wegeverbin- dungen und der notwendigen Ausstattung dienen. Unter anderem wurden Zisternen zum Auffangen von Regenwasser für die Bewässerung der Bäume auf dem Viadukt eingebaut. Die Arbeiten an den Pflanztrögen für 60 Bäume sind in vollem Gange. Zum Schutz des bereits installierten Geländers auf dem Viadukt wurden Holzplatten installiert. Diese wurden in Zusammenarbeit mit Graffitikünstler/-innen gestaltet, um Diebstahl entgegenzuwirken, bisher erfolgreich.

Am ehemaligen Bahndamm laufen Vorbereitungen für die künftigen Zu- und Abgänge in Form von Treppen- und Rampenanlagen zur Verbindung der oberen und unteren Parkebenen. Die Treppe südlich des Viadukts ist in großen Teilen bereits erkennbar, am Weg zwischen der Liselotte-Herrmann-Straße und zum Kleingartenpark wurden die Standorte der neuen Wegbeleuchtung festgelegt.

Pflanztröge für Bäume auf dem Viadukt.
Foto: René Zieprich

Brücke Eisenbahnstraße

Des Weiteren erfolgt momentan der Neubau einer Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Eisenbahnstraße. Die Widerlager der alten Brücke wurden dammseitig freigelegt und die Betonquader abgebrochen. Der Abbruch macht es möglich, die Engstellen der Fußwege zu beseitigen. Die Flügelwände aus Bruchsteinmauerwerk bleiben erhalten und werden saniert.
Die Schalung für das Brückenauflager steht bereits und die Betonierarbeiten folgen bzw. laufen. Die Arbeiten am Widerlager sollen im Sommer enden. Bis Ende des Jahres soll die Brücke fertig sein, so der Zeitplan.
Die notwendigen Abbrucharbeiten an den Resten der ehemaligen Station Sellerhausen auf dem Damm sind bereits abgeschlossen, was auch an dieser Stelle den Weg für den weiteren Ausbau des Rad- und Gehweges freimacht.

Der Brückenneubau über die Eisenbahnstraße geht voran.
Foto: ACA

Investition in die nachhaltige Infrastruktur im Leipziger Osten

Nur mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung von Land, Bund und EU kann der Parkbogen als wichtiges Mehrzielprojekt der Stadtentwicklung weiter geplant und gebaut werden. Für den insgesamt rund 500 Meter langen Bauabschnitt Viadukt oben zwischen der Liselotte-Hermann- und Eisenbahnstraße sowie die ergänzenden Maßnahmen werden rund 8,9 Mio. € investiert. Der Stadt Leipzig werden für diese Baumaßnahme Fördergelder in Höhe von insgesamt rund 4,8 Mio. € über das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus zur Verfügung gestellt. Für die Brücke Eisenbahnstraße stehen rund 750.000 € Eigenmittel der Kommune sowie Finanzhilfen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 1,75 Mio. € zur Verfügung, insgesamt also rund 2,5 Mio. €. Das Betreten der Baustellen ist bis zum Ende der Bautätigkeiten nicht möglich. Die Stadt Leipzig sowie die Baufirmen bitten hierfür um Verständnis.

Drohnenaufnahme der Bauarbeiten am Viadukt an der Wurzner Straße im September 2025.
Foto: Birk Poßecker

Ausblick

Im Anschluss an die Fertigstellung des Abschnitts Viadukt erfolgt unmittelbar die Umsetzung des nächsten Abschnitts bis zur Ostwache, dem so genannten Abschnitt Gartenpark. Dieser Abschnitt wird mit Mitteln des EFRE umgesetzt und voraussichtlich bis Ende 2027 fertiggestellt. Danach stehen die Flächen wieder allen Nutzenden zur Verfügung, und rund 1.000 Meter des Sellerhäuser Bogens können den Bürgerinnen und Bürgern übergeben werden.

Mehr zum Thema Parkbogen:

Parkbogen Ost: Stadt baut Gartenpark und neue Brücke über die Torgauer Straße

Parkbogen Ost: Vom Bauwerk zur lebendigen Landschaft – Sellerhäuser Viadukt wird bepflanzt

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Der Beitrag „Parkbogen Ost: Baufortschritt am Sellerhäuser Viadukt und der Brücke über die Eisenbahnstraße“ von René Zieprich erschien erstmals am 01.04.2026 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 25/ 2026.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger

Kulturelle Aneignung: Ostern für Alle!

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“ So heißt es in einem Karnevalslied. Das dürfte übertrieben sein. Aber immerhin ist dann der Fasching vorüber. In christlicher Tradition beginnt danach die Passions- oder Fastenzeit. Früher bedeutete dies vor allem Fleischverzicht, die Sonntage ausgenommen. Heute fasten Christ*innen und Nicht-Christ*innen alles Mögliche: Alkohol, Schokolade und hoffentlich auch Stress.

Die Nikolaikirche in Leipzig.
Foto: Jens-Eberhard Jahn

In diesem Jahr begann gleichzeitig für Muslimas und Muslime der Fastenmonat Ramadan, in dem zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht gegessen und getrunken werden darf. Spätabends kommen Familie und Freunde zusammen, um dann zu feiern. Der Ramadan soll ein Monat erfüllter und friedvoller Begegnungen sein.

In diesem Jahr haben Ramadan und christliche Fastenzeit gleichzeitig begonnen

Fasten bedeutet Verzicht, verbunden mit Gewinn von Freiheit und der Erfahrung, wie es ist, wenn eben irgendetwas mal keinen Platz im Alltag haben soll. Dies kann bereichernd sein. Doch schon die alt-israelischen Propheten mahnten, dass die Herstellung einer gerechten Gesellschaft ein weit besseres Fasten sei als der Verzicht auf irgendetwas oder die Asche aufs Haupt. Der Prophet Jesaja beschrieb das „bessere Fasten“ recht eindrücklich: „Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass frei, die du unterdrückst, reiß jedes Joch weg!“ Klingt nach Marx, danach „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein geknechtetes […] Wesen ist“. Und spätestens somit erhält das Fasten eine gesellschaftliche und sogar politische Dimension.

Im Kirchenkalender folgt auf die Fastenzeit das Osterfest, auf die Erfahrungen, dass es auch mal anders geht, folgt die Auferstehung.

Hase und Ei sind Symbole für Geburt und Fruchtbarkeit

In vielen Kulturen finden zu ähnlicher Zeit Frühlingsfeste statt, mit denen die Auferstehung der Natur aus winterlicher Totenstarre gefeiert wird. Im christlichen Fokus steht die Auferstehung des Rabbiners Jesus, wie sie aus dem Neuen Testament überliefert ist. Sie soll in den Tagen des jüdischen Pessachfestes, dem im orientalischen Jahresverlauf ersten Erntedankfest, stattgefunden haben.

Die Bibel ist nun aber kein Tatsachenbericht, sondern eine Sammlung vieler Bücher aus vielen Jahrhunderten. Da gibt es Gesetzbücher, Lieder, Geschichten und Geschichtsbücher, Reden, Prophezeiungen und Briefe.

Der Apostel Paulus erzählt in seinen Briefen schon um das Jahr 50 unserer Zeitrechnung von der Auferstehung Jesu. Eigentlich hatte das gesamte jüdische Volk, das unter römischer Besatzung politische und religiöse Krisen erlitt, eine Art Auferstehung nötig.

Am Titusbogen in Rom gibt es ein Relief mit Menora und anderer Kriegsbeute

Die Autoren der Evangelien hatten noch eine weitere historische Erfahrung gemacht, als sie wiederum einige Jahrzehnte später zusammenfassten, was über Jesus von Nazareth überliefert war: den jüdischen Krieg. Der jüdische Aufstand gegen die römischen Besatzer des Landes im Jahr 70 war nicht nur erfolglos geblieben, sondern hatte in die Katastrophe geführt. Die Römer hatten den Tempel geplündert und zerstört und zehntausende Jüdinnen und Juden in die Sklaverei nach Rom verschleppt. Für eine Wiederbelebung des dadurch gebeutelten Judentums wäre vielleicht auch die Auferstehung Toter zielführend gewesen.

Am Titusbogen in Rom gibt es ein Relief mit Menora und anderer Kriegsbeute.
Foto: Jens-Eberhard Jahn

Ein belebender gesellschaftlicher Bezug auf das eher spirituelle Osterfest kann die soziale Dimension des Fastens ergänzen. Doch wer glaubt heute schon noch an die Auferstehung der Toten? Der bedeutende mittelalterliche Mystiker und Philosoph Meister Eckhardt hielt den Unterschied zwischen natürlichen und übernatürlichen Vorgängen allerdings schon zu seiner Zeit für unwesentlich und empfahl, dass man sich darum gar nicht erst kümmern soll. Einer der Gelehrten, die Meister Eckhardt am meisten beeinflusst haben, war Rabbi Moses ben Maimod, ein jüdischer Arzt und Philosoph aus Andalusien, besser bekannt als Maimonides. Er hatte für die Lektüre biblischer Texte einen einfachen Tipp: Wer geistig eher schlicht sei, solle den Text wörtlich nehmen. Wer aber mit wissenschaftlichen, vor allem naturwissenschaftlichen Erkenntnissen vertraut sei, solle versuchen, den Text als Gleichnis, allegorisch, in einem übertragenen Sinn zu verstehen.

Im übertragenen Sinn tut Auferstehung und Befreiung aus Zwängen jeder und jedem gut: quicklebendig sein zur Gestaltung einer friedlichen und gerechten Gesellschaft. Das gilt eigentlich immer und überall und auch in Anger-Crottendorf.

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Der Beitrag „Kulturelle Aneignung: Ostern für Alle!“ von Jens-Eberhard Jahn erschien erstmals am 01.04.2026 im Anger-Crottendorfer Anzeiger 25/ 2026.

Alle Ausgaben des Stadtteilheftes stehen unter folgendem Link als Download zur Verfügung: www.bv-anger-crottendorf.de/anger-crottendorfer-anzeiger

Der 25. Anger-Crottendorfer Anzeiger ist da

Am 1. April 2026 erscheint die neueste Ausgabe des Stadtteilheftes Anger-Crottendorfer Anzeiger. Das Heft liegt in Läden und Geschäften im Stadtteil aus und kann kostenfrei mitgenommen werden. Darüber hinaus kann es auch bald auf der Hompage des Bürgervereins Anger-Crottendorf e.V. heruntergeladen werden.

Wissen Sie eigentlich wofür die Stadt Leipzig alles Geld ausgibt? Der Leipziger Doppelhaushalt 2025/26 umfasst rund 2,8 Milliarden Euro pro Jahr. Mehr als 90 Prozent der Ausgaben sind Pflichtleistungen, rechtlich oder vertraglich gebunden, etwa für Sozialleistungen nach Bundes- und Landesrecht, Personal, Kitas und Schulen, den öffentlichen Nahverkehr oder Zinslasten. Diese Pflichtaufgaben lassen der Kommunalpolitik nur sehr geringen Gestaltungsspielraum. Und so hat die Haushaltslage auch direkte Auswirkungen auf das Leben in Anger-Crottendorf.

In dieser Ausgabe des Anger-Crottendorfer Anzeigers fragt die Redaktion daher, wie die sehr angespannte finanzielle Situation der Stadt sich im Stadtteil auswirken wird.

Und die Schreibenden möchten, dass sich die Lesenden noch mehr mit dem Stadtteil und der Stadt auseinander setzen. Denn es ist unser-aller Stadt, die wir alle gestalten können, wenn wir es wollen. Dazu sind im Heft viele weitere Themen zusammengetragen.

Viel Spaß beim Lesen!

Einladung zum Frühjahrsputz

Der alljährliche Frühjahrsputz steht auf dem Programm. Packt mit an! Sarah und Frank laden wieder ein.

Müllsäcke sind ausreichend vorhanden. Müllgreifer, Einweghandschuhe, Müllsäcke und Transporttonnen stehen bereit.

Kommt vorbei und helft mit. Gute Laune in der Gruppe garantiert!


Der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. sorgt im Anschluss für eine Erfrischung aller Fleißigen.

Treffpunkt: 21. März, 10 Uhr Treppe zum Parkbogen, Polygraphplatz (vor der alten Feuerwache Ost, Gregor-Fuchs-Straße 45-47.

Alle Termine 2026 gibts immer aktuell unter diesem Link.

Welttoilettentag am 19. November: Humorvoller Themenabend in Anger-Crottendorf

Am 19. November ab 17 Uhr lädt der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. zu einem besonderen Themenabend ins SCHTREIK! (ehemals Silberfund, Theodor-Neubauer-Straße 38) ein. Anlass ist der Welttoilettentag, der jedes Jahr daran erinnert, dass weltweit über 2,5 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Saubere Toiletten sind lebenswichtig – sie schützen vor Krankheiten, fördern Gesundheit und stehen für gesellschaftlichen Fortschritt, Hygiene und Umweltschutz.

Unter dem Motto „Mit einem Augenzwinkern über ein Thema sprechen, das uns alle betrifft“ erwartet die Gäste ein abwechslungsreicher Abend rund ums stille Örtchen – informativ, unterhaltsam und mit der nötigen Portion Humor.

Nach der Begrüßung stellt der Referent und Koordinator für öffentliche Sanitäranlagen das Leipziger Toilettenkonzept kurz vor. Dabei gibt er einen spannenden Einblick, an welchen Orten und auf welche Weise Menschen in der Stadt künftig Toiletten nutzen können – ob im Park, am Spielplatz oder unterwegs in der Innenstadt.

Im Anschluss wird der Dokumentarfilm „Holy Shit – Mit Scheiße die Welt retten“ gezeigt. Er geht der Frage nach: Was geschieht mit der Nahrung, die wir verdauen, nachdem sie unseren Körper verlassen hat? Ist es Abfall, der weggeworfen wird, oder eine Ressource, die wiederverwendet werden kann? Auf der Suche nach Antworten begibt sich Regisseur Rubén Abruña auf eine investigative und zugleich unterhaltsame Reise durch 16 Städte auf vier Kontinenten.

Ab 19 Uhr heißt es dann: Miträtseln beim Kneipenquiz rund ums stille Örtchen – mit spannenden Fragen und attraktiven Preisen. Für das leibliche Wohl sorgt sobærle mit alkoholfreien Getränken und Snacks.

Mit dem Themenabend möchte der Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V. auf ein allgegenwärtiges, zugleich aber sensibles Thema aufmerksam machen – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kinoreihe des Bürgervereins statt, die gesellschaftlich relevante und oft tabuisierte Themen aufgreift und zur Diskussion anregen möchte.

„Kommt vorbei, schmunzelt, lernt Neues und testet euer Wissen – wir freuen uns auf euch!“, so die Einladung des Bürgervereins.